Am Mittwochmittag waren die "FR"-Mitarbeiter in Frankfurt zu einer weiteren Betriebsversammlung zusammengekommen. Insgesamt stehen rund 450 Arbeitsplätze auf dem Spiel, davon etwa die Hälfte im Druckzentrum Neu-Isenburg. Das Traditionsblatt hatte im vergangenen November Insolvenz angemeldet. Das vorläufige Insolvenzverfahren bei der "FR" endet am Donnerstag.
Unmittelbar vor der Betriebsversammlung hatten die bisherigen Eigentümer finanzielle Unterstützung für eine Transfergesellschaft angeboten. Die Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg MDS und die SPD-Medienholding ddvg hätten konstruktive Gespräche mit dem "FR"-Betriebsrat und der Gewerkschaft Verdi geführt, teilte MDS am Dienstag mit.
Zu diesem Finanzierungsangebot der bisherigen Eigentümer hieß es: "Im Mittelpunkt stand die Sicherstellung des Betriebs über den Zeitraum des vorläufigen Insolvenzverfahrens hinaus, um weiteren Investorengesprächen eine Chance zu geben." Eine Transfergesellschaft könne möglichst vielen Arbeitnehmern eine neue Perspektive eröffnen und soziale Härten abfedern.
Was ist eine Transfergesellschaft?
Eine Transfergesellschaft ist ein Auffangbecken für zu entlassende Mitarbeiter einer zahlungsunfähigen Firma. Dabei handelt es sich um ein extra zu diesem Zweck gegründetes Unternehmen auf Zeit, das den Beschäftigten helfen soll, den Weg in eine neue Anstellung zu finden. Die Mitarbeiter werden in der Zweckgesellschaft für höchstens ein Jahr aufgefangen.
Bei der Frankfurter Rundschau hatten der Verlag DuMont Schauberg und die SPD-Medienholding ddvg als Gesellschafter angekündigt, sich finanziell an einer Transfergesellschaft zu beteiligen.
Der Wechsel in eine solche Gesellschaft erfolgt freiwillig. Grundlage ist ein dreiseitiger Vertrag: Der Mitarbeiter schließt mit dem bisherigen Unternehmen einen Aufhebungsvertrag und gleichzeitig mit der Transfergesellschaft einen befristeten Arbeitsvertrag. Das Transfer-Kurzarbeitergeld zahlt die Bundesagentur für Arbeit.