Der frühere Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender, soll neuer Chef des Berliner Großflughafens BER werden. Er hat sich noch Bedenkzeit erbeten, doch ein Mitglied der Bundesregierung twittert schon: "Frankfurt räumt in Berlin auf!"
Von dem Angebot des BER-Aufsichtsrates an Bender berichtet am Donnerstag die "Bild"-Zeitung. Bender will sich demnach bis zum Wochenende entscheiden, ob er einen der derzeit schwersten Jobs in Deutschland übernimmt. Ein Sprecher des Berliner Flughafens wollte sich zunächst nicht äußern. Dafür erklärte der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hans-Joachim Otto (FDP), am Donnerstagmorgen: "Neuer Chef des Berliner Pannen-Flughafens wird der frühere Chef von Fraport." Otto ist Bundestagsabgeordneter aus Frankfurt und gilt als gut vernetzt.
Auf Twitter schrieb er weiter: "#Frankfurt räumt in #Berlin auf! Viel Erfolg!"
Bisheriger BER-Chef wegen Pannen entlassen
Bender war von 1993 bis 2009 Chef des Frankfurter Flughafens und hat dessen Ausbau mit angestoßen. Derzeit ist der 68-Jährige Aufsichtratsvorsitzender von Eintracht Frankfurt und Vorsitzender des Europa-Aufsichtsrats von Bombardier.
Der in der Rhein-Main-Region verwurzelte Bender soll den entlassenen Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz ersetzen. Dieser hatte seinen Posten räumen müssen, nachdem die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens wegen technischer Probleme mehrmals verschoben wurde.
Früherer Frankfurter Chefplaner schon in Berlin
Wie dramatisch die Probleme in Berlin sind, kann Bender von einem anderen ehemaligen Fraport-Mann erfahren: Der frühere Chefplaner des Frankfurter Flughafens Horst Amann wurde bereits im vergangenen Jahr vom Berliner Flughafen als Nothelfer angeheuert.
Er beschrieb die Lage Anfang Januar in hr-iNFO als "fast grauenhaft". Amann hat auch erfahren, welch rauer Wind in Berlin herrscht. Erst als Heilsbringer erwartet, gab es zuletzt kritische Berichte über seine Arbeit.