Das Klinikum Höchst könnte bald mit den Main-Taunus-Kliniken vereint werden.
Das Klinikum Höchst und die Main-Taunus-Kliniken könnten bald gemeinsame Sache machen. Die Stadt Frankfurt und der Landkreis prüfen eine engere Zusammenarbeit bis hin zur Fusion. So sollen Kosten in Millionenhöhe gespart werden.
Der Umbau in der hessischen Krankenhauslandschaft wird weiter vorangetrieben. Um dem steigenden Kostendruck und der gestiegenen Konkurrenz in der Region entgegenzuwirken, sollen das Klinikum Höchst im Frankfurter Westen sowie die beiden Häuser der Main-Taunus-Kliniken in Hofheim und Bad Soden künftig noch stärker kooperieren. Frankfurts Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und Landrat Michael Cyriax (CDU) bestätigten am Freitag entsprechende Medienberichte.
Auch eine Fusion der beiden Einrichtungen sei möglich, hieß es. Die Aufsichtsräte der Kliniken wollen in den kommenden Wochen über das Vorhaben beraten. Alle drei Standorte sollen erhalten, betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden, teilte die Stadt Frankfurt weiter mit. "Unser Kooperationsvorhaben ist ein klares Bekenntnis zum kommunalen Krankenhaus", erklärte Heilig. Aus der Fusion der Hospitäler könnte ein Klinikverbund mit insgesamt fast 1.500 Betten entstehen.
Beide Kliniken beschäftigen zusammen rund 3.700 Mitarbeiter und versorgen etwa 66.000 Patienten jährlich stationär. Im Falle einer Fusion würden sich beide Seiten "auf Augenhöhe" begegnen, beteuerten Heilig und Cyriax.
Kliniken machen Millionendefizit
Durch die Kooperation oder auch Fusion sollen Synergieeffekte genutzt werden. "Nur mit verstärkter Zusammenarbeit können wir unsere Kliniken medizinisch wie wirtschaftlich zukunftsfähig gestalten", sagte Heilig. Einsparungen wären etwa in der Verwaltung oder in der Küche möglich. Auf medizinischem Gebiet arbeiten die nur wenige Kilometer entfernt liegenden Kliniken bereits seit längerem zusammen. Beide Krankenhäuser machten zuletzt ein Millionendefizit. Höchst schloss das Jahr 2011 mit einem Minus von 6,5 Millionen Euro ab, das Defizit der Main-Taunus-Kliniken, die zudem hoch verschuldet sind, lag bei 7,5 Millionen.
Nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) müsste das Kartellamt einer Fusion zustimmen. Die Behörde habe die Chancen für einen Zusammenschluss vorab aber nicht einschätzen wollen, sondern werde erst abwarten, auf welches Modell sich Frankfurt und der Main-Taunus-Kreis einigen. Auch der am Klinikum Höchst geplante Neubau für 200 Millionen Euro kommt jetzt wohl nochmal auf den Prüfstand. An der Erweiterung soll zwar festgehalten werden, sie könnte dem Vernehmen nach aber kleiner ausfallen als ursprünglich vorgesehen.