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Unwetter

Flugausfälle und verrückte Ampeln

Blitz am Nachthimmel. (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
Blitz, Donner und starker Regen: Ein Gewitter hat am Donnerstagabend für Ausfälle und Verspätungen am Frankfurter Flughafen gesorgt. Dort strandeten 3.000 Passagiere. In der Innenstadt gab es Ampel-Probleme.
 

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6.07.2012, 19:30 Uhr
Video: Schäden und Chaos nach Gewitter 2:19 Min
(© hr | hessenschau, 06.07.2012)

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Wegen des knapp zweistündigen Unwetters fielen insgesamt 27 Flüge am Frankfurter Flughafen aus, wie ein Sprecher der Frankfurter Polizei sagte. 25 Maschinen wurden auf andere Flughäfen umgeleitet. Wegen der Turbulenzen am Himmel überschritten viele Flugzeuge die Grenze des geltenden Nachtflugverbots: Nach Angaben eines Fraport-Sprechers von Freitag hoben 16 Flugzeuge mit einer Ausnahmegenehmigung nach 23 Uhr ab. Es kam zu 24 Landungen.

Trotz der Ausnahmegenehmigungen strandeten jedoch an die 3.000 Fluggäste in Frankfurt - ihre Maschinen hatten wegen des Unwetters gar nicht erst landen können. Für die meisten fand sich in der Stadt ein Hotelzimmer. Mehrere hundert mussten jedoch auf Feldbetten am Airport übernachten. Einige von ihnen wurden dafür zurück in den Transitbereich des Flughafens gebracht, wo für ihre Behelfsbetten standen.

Anspannung und Frust

Die Betroffenen erhielten neben dem Nachtlager auch Verpflegung. "Die Menschen waren natürlich angespannt und frustriert, insgesamt war die Situation aber ruhig", sagte eine Sprecherin der Lufthansa.

Es zwar das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass ein Unwetter den Frankfurter Flugplan durcheinander wirbelte. Bereits am Donnerstag vergangener Woche waren mehrere Flüge wegen eines Sturmes ausgefallen. An diesem Tag erhielten 50 Flüge ausnahmsweise eine Erlaubnis zum verspäteten Start trotz des Nachtflugverbots.
 

Volle Keller, lose Dachziegel

Video: Passagiere leiden unter Nachtflugverbot 5:37 Min
(© hr | hessenschau, 06.07.2012)
Die Frankfurter Feuerwehr wurde nach eigenen Angaben innerhalb von zwei Stunden zu zu mehr als 20 Einsätzen gerufen. Hauptgrund waren voll gelaufene Keller. Die Einsatzkräfte mussten aber auch lose Dachziegeln und abgebrochene Äste wegräumen, die die Straßen blockierten. Rund 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

In einem Haus am Frankfurter Riedberg schlug ein Blitz ein. "Es ging alles glimpflich über die Bühne, es entstand kein Sachschaden", sagte ein Sprecher der Frankfurter Feuerwehr am Freitagmorgen zu hr-online. Die Brandmelder im Haus hätten einen Alarm ausgelöst.
 

Ampeln "spielen verrückt"

Die Frankfurter Polizei musste gut zwei Stunden lang den Verkehr an mehreren Frankfurter Kreuzungen regeln, weil mehrere Ampeln während des Gewitters ausgefallen waren. Die Ampelanlage an der Kreuzung Eschersheimer Landstraße/Hügelstraße "spielte verrückt", wie ein Sprecher der Polizei sagte: Sie habe in alle vier Richtungen von rot auf grün und von grün auf rot geschaltet - mit Folgen: Zwei Autos fuhren an der Kreuzung ineinander, es entstand Blechschaden. Verletzt wurde niemand.
 
Ausnahmen vom Nachtflugverbot

Bei unvorhersehbaren Ereignissen wie dem Unwetter am Donnerstag können Fluggesellschaften ausnahmsweise auch Starts nach 23 Uhr beantragen – ab 0 Uhr geht dann aber außer in Notfällen nichts mehr. Im Mai starteten und landeten mehr als 200 Flieger verspätet. Fluglärm-Gegnern geht das zu weit. Sie fordern ein striktes Nachtflugverbot. Flughafenbetreiber Fraport verlangt dagegen mehr Flexibilität. Eine zu strikte Auslegung der 23-Uhr-Frist schade auf Dauer dem Image des Weltflughafens. Wegen des Verbots hätten inzwischen mehr als 14.000 Passagiere unfreiwillig in Frankfurt übernachtet. Wiederholt musste die Polizei aufgebrachte Passagiere beruhigen – in der Vergangenheit zum Beispiel 40 Fluggäste mit dem Ziel Ukraine. Die Reisenden mussten gleich zwei Nächte auf dem Flughafen verbringen. Sie weigerten sich in der zweiten Nacht, die Maschine wieder zu verlassen.
 
Redaktion: suvo / mape
Bild: © picture-alliance/dpa - Archiv
Letzte Aktualisierung: 6.07.2012, 20:45 Uhr
 
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(Hessischer Rundfunk, 20.10.2010)
 

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