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10.10.2009

Aktionstag

Demonstration gegen Todesstrafe

Vor dem iranischen Konsulat in Frankfurt haben am Samstag Exil-Iraner gegen die Todesstrafe protestiert. Sie hängten Namenslisten von Menschen aus, die im Iran hingerichtet wurden.

"Wir protestieren gegen die iranische Regierung und die Todesstrafe", sagte Shahnaz Morattab vom Internationalen Komitee gegen Steinigung und Todesstrafe gegenüber hr-online. Die Organisatorin der Demonstration erklärte, in den vergangenen Jahren seien tausende Menschen im Iran hingerichtet worden. "Das was dort passiert, muss an die Öffentlichkeit", so Morattab. Sie forderte, dass die internationale Gemeinschaft den Iran isolieren und die diplomatischen Beziehungen abbrechen soll.
 

Iraner demonstrieren in Frankfurt 

 
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Die Demonstration, zu der mehrere Dutzend Menschen kamen, fand anlässlich des Internationalen Tages gegen die Todesstrafe statt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International geht davon aus, dass im Iran im vergangenen Jahr mindestens 346 Menschen hingerichtet wurden. Nur in China soll es mehr Todesurteile gegeben haben, dort wurden laut der Organisation mindestens 1.718 Menschen getötet worden sein.
 

Todesurteile gegen Demonstranten

Unterdessen wurden im Iran Todesurteile gegen drei Regimekritiker gefällt. Das berichtete am Samstag die iranische Nachrichtenagentur ISNA unter Berufung auf einen Justizsprecher. Amnesty International befürchtet, dass es im Iran nach den Massenprotesten im Sommer eine Welle von Todesurteilen geben wird. Nach der Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad im Juni gingen tausende Menschen auf die Straße. Sie warfen der Regierung Wahlfälschung vor.

Nach Angaben von Amnesty International stieg die Zahl der Hinrichtungen weltweit, obwohl immer mehr Länder die Todesstrafe abschaffen. Während 2007 1.252 Menschen hingerichtet wurden, waren es im vergangenen Jahr 2.390. Mehr als 20.000 Menschen sitzen derzeit weltweit im Todestrakt. "Die Todesstrafe ist ein Auslaufmodell und ihre Abschaffung überfällig", forderte Oliver Hendrich, Anti-Todesstrafen-Experte bei Amnesty International. Zum harten Kern der Staaten, die Menschen und hinrichten, gehören China, Iran, Saudi-Arabien, Pakistan und die Vereinigten Staaten.
 
Redaktion: nil / woje
Letzte Aktualisierung: 10.10.2009, 17:14 Uhr
 
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