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Polizisten auf dem Weg zur Razzia bei der Deutschen Bank. 500 Ermittler waren vor Ort. (Bild:  picture-alliance/dpa)
Razzia bei der Deutschen Bank.
12.12.2012

Großrazzia

Deutsche-Bank-Mitarbeiter verhaftet

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. Fünf Banker wurden verhaftet. Ermittelt wird auch gegen Co-Chef Jürgen Fitschen.
 
Video: Razzia bei Deutscher Bank 32 Sek
(© hr | hessenschau, 12.12.2012)
500 Beamte von Bundeskriminalamt, Bundespolizei und Steuerfahndung haben am Mittwoch die Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank und zahlreiche Gebäude in der gesamten Bundesrepublik durchsucht. Vor den beiden Türmen der Deutschen Bank standen bis zum Nachmittag zehn Mannschaftswagen der Polizei. Auch an den Seiteneingängen waren Beamte postiert.

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt beschuldigt 25 Beschäftigte des Geldhauses der schweren Steuerhinterziehung, der Geldwäsche und der versuchten Strafvereitelung, wie die Behörde mitteilte. Gegen fünf Verdächtige wurden Haftbefehle erlassen. "Sie wurden heute vollstreckt", sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft, Günter Wittich.
 

Ermittlungen auch gegen Vorstand

Jürgen Fitschen, Co-Vorstand der Deutschen Bank. (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
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Gegen Co-Vorstand Fitschen wird ermittelt.
Audio: Großrazzia bei der Deutschen Bank 3:33 Min
(© Heike Borufka, hr, 12.12.2012)
Die Ermittlungen betreffen auch den Vorstand des Geldinstituts. Wie die Deutsche Bank mitteilte, richteten sich die Ermittlungen gegen den heutigen Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen und Finanzchef Stefan Krause. Die beiden Manager hätten die Umsatzsteuererklärung 2009 der Bank unterschrieben. Die Angaben seien später korrigiert worden.

"Anders als die Staatsanwaltschaft vertritt die Deutsche Bank die Auffassung, dass diese Korrektur rechtzeitig erfolgte", erklärte das Institut. "Die Deutsche Bank kooperiert weiter vollumfänglich mit den Behörden."

Illegaler Handel mit Emmissionszertifikaten

Hintergrund sind millionenschwere illegale Handelsgeschäfte von Kunden mit Emissionszertifikaten, die über eine eigens aufgebaute Abteilung der Bank abgewickelt worden sind. In diesem Zusammenhang hatte es bereits im April 2010 eine internationale Großrazzia gegeben. In deren Folge waren sechs Privatleute in Frankfurt vor Gericht gestellt. Sie gaben zu, über Umsatzsteuer-Karusselle unberechtigt Steuererstattungen in Millionenhöhe von den deutschen Finanzbehörden kassiert zu haben.
 

Deutsche Bank will kooperieren

Viele Polizeiwagen stehen vor der Deutschen Bank in Frankfurt. (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Polizei-Großaufgebot vor der Deutschen Bank.
Nun geht es um die Rolle der Deutschen Bank. In welcher Funktion die fünf Hauptverdächtigen bei der Bank arbeiten, wurde nicht mitgeteilt. Sie seien festgenommen worden und würden dem Haftrichter vorgeführt, sagte Wittig, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Voraussichtlich am Donnerstag werde entschieden, ob sie in Untersuchungshaft gehen. Die Deutsche Bank versicherte, sie werde weiter umfassend mit den Behörden kooperieren.
 
Emissionshandel mit CO2-Zertifikaten

Der Handel mit Verschmutzungsrechten (Emissionshandel) ist als Instrument für den Klimaschutz gedacht. Dabei erhalten Unternehmen - von Kraftwerksbetreibern über die Automobilindustrie bis zu Fluggesellschaften - Emissions-Zertifikate, die sie zum Ausstoß einer bestimmten Menge Kohlendioxid berechtigen. Nicht benötigte Papiere können sie zum Marktpreis weiterverkaufen.

Wer mehr Kohlendioxid (CO2) ausstößt, als er Zertifikate besitzt, muss Papiere dazukaufen. Der Handel ist in Deutschland umsatzsteuerpflichtig. Mit den Einnahmen aus CO2-Zertifikaten finanziert die Bundesrepublik Maßnahmen zur Energiewende.

Grundlage des europäischen Emissionshandelssystems ist das Kyoto-Protokoll von 1997, das 2005 in Kraft trat. Der Vertrag legt verbindlich für insgesamt 190 Staaten Verpflichtungen zur Senkung von Treibhausgasen fest, darunter vor allem CO2.

Quelle: dpa
 
 
Redaktion: wotu / beboe
Letzte Aktualisierung: 12.12.2012, 19:12 Uhr
 
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