Auf diesem Zeltplatz hatte sich der Überfall ereignet.
Der brutale Angriff von Neonazis auf ein Sommercamp einer linken Jugendorganisation im Schwalm-Eder-Kreis hat viele schockiert. Dienstagabend demonstrierten rund hundert Menschen in Gießen gegen rechte Gewalt.
Organisiert hatten den Demonstrationszug Studenten der demokratischen Linken der Universität Gießen. Etwa zwei Stunden lang zogen sie durch die Gießener Innenstadt und bekundeten ihre Solidarität mit den Opfern des Überfalls.
Bei dem Anschlag mit mutmaßlich rechtsradikalem Hintergrund war am Sonntagmorgen am Neuenhainer See rund 40 Kilometer südlich von Kassel ein 13-jähriges Mädchen lebensgefährlich verletzt worden. Es liegt mit schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus, ist aber inzwischen außer Lebensgefahr.
Rechtsradikale Gesinnung als Tatmotiv
Der mutmaßliche 19-jährige Haupttäter hat die Tat nach Polizeiangaben gestanden und als Motiv seine rechtsradikale Gesinnung angegeben. Er sitzt seit Montag in Untersuchungshaft, ihm wird versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Drei mutmaßliche Mittäter sind wieder auf freiem Fuß. Die Polizei hatte die Täter schnell ermitteln können, weil Jugendliche aus dem Zeltlager sich das Nummernschild des Autos gemerkt hatten, mit dem die Täter geflüchtet waren.
Unter den hessischen Partien hat der Vorfall eine heftige Debatte ausgelöst. SPD, Linke und Grüne forderten ein entschiedeneres Vorgehen der hessischen Polizei gegen Neonazis. Die CDU warnte davor, den Vorfall für parteipolitische Zwecke zu instrumentalisieren.