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24.09.2009

Evangelischer Zukunftskongress

Schäuble fordert Tiefgang statt SMS

Bundesinnenminister Schäuble (l.) und der  Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland, Bischof Huber. (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Bundesinnenminister Schäuble (l.) und der Ratsvorsitzende der Evangelische Kirche in Deutschland, Bischof Huber.
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat in Kassel am Donnerstag die Zukunftswerkstatt der evangelischen Kirche eröffnet. Dabei kritisierte er die Nutzung von Medien wie Internet und SMS.
 

Impulse aus Kassel 2:50 Min
(© Michael Przibilla, hr, 24.09.2009)
Diese Medien drohten das Leben oberflächlicher zu machen, sagte Schäuble vor den 1.200 Teilnehmern aus ganz Deutschland zum Auftakt der dreitägigen Konferenz. "Die ständige Erreichbarkeit und die schnelle Kommunikation führen zu einem Zwang zur sofortigen Reaktion. Für eine wohlüberlegte, abgewogene Antwort ist oft kein Platz mehr."

"Soziale Netzwerke bergen die Chance zu einer neuen Kommunikation, aber auch zu Vereinzelung. Wir brauchen Werte und Orientierung, damit uns die scheinbar grenzenlose Freiheit unserer Gesellschaft nicht überfordert", erklärte Schäuble. Neben dem Bundesminister hatte auch Ministerpräsident Roland Koch (CDU) die Teilnehmer begrüßt. Viele Menschen hätten den Kontakt zur Kirche verloren, sagte er. "Das ist ihr Problem - und auch unseres. Ich freue mich, dass Sie das nicht hinnehmen wollen."
 

EKD-Kongress: "Deutschland wieder Missionsgebiet" 

 
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Bischof Hein fordert neue Begeisterung

Der Bischof von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein, forderte in seiner Predigt während des Eröffnungs-Gottesdienstes, eine neue Begeisterung. Es sei Zeit, mit dem Klagen aufzuhören. "Ich bin mir ziemlich sicher: Menschen werden wieder vermehrt nach dem Grund und dem Ziel unseres Glaubens fragen", sagte Hein. Die Kirche und ihre Gemeinden seien nahe bei den Problemen, die die Gesellschaft bewegten.

Wie dieser Schwung besser vermittelt werden kann, ist Thema der Konferenz, zu der Kirchenvertreter aus ganz Deutschland angereist sind. Zum Abschluss am Samstag kommt Bundespräsident Horst Köhler.
 

Kirche beschäftigt sich mit Frömmigkeit

Auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017 - 500 Jahre nach dem Thesenanschlag Martin Luthers - soll es auch darum gehen, wie die Qualität von Gottesdienst und Predigt verbessert werden kann. Der Reformprozess hatte 2006 begonnen. In Kassel werden dazu rund 100 Beispiele innovativer Projekte vorgestellt.

Bei den vor drei Jahren angestoßenen Veränderungen gehe es im Kern "um Fragen des gelebten und verstandenen Glaubens, um vertraute wie um neue Formen der Frömmigkeit", sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Huber, der Ende Oktober als Ratsvorsitzender aus dem Amt scheidet, äußerte Verständnis für die Sorge, dass angesichts von Sparzwängen und Strukturfragen geistliche Inhalte und theologische Deutungen bei den Reformbemühungen aus dem Blick geraten könnten. Bei dem Kongress in Kassel gehe es darum, deutlich zu machen, das in den Mittelpunkt zu stellen, was evangelische Kirche ausmache: Gottesbegegnung, Lebenserneuerung und Gemeinschaft.
 
Redaktion: frbe / suma
Bild: © picture-alliance/dpa
 
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