Bei einem Angriff von Rechtsextremen sind am Wochenende auf einem Volksfest in Borken zwei junge Männer verletzt worden. Drei Schläger wurden festgenommen.
Die Tat ereignete sich in der Nacht zum Samstag auf einer Kirmes in Borken-Arnsbach, wie die Polizei am Montag mitteilte. Die Polizei nahm drei Verdächtige im Alter von 16 bis 21 Jahren fest, zwei weitere wurden ermittelt. Drei der fünf Männer rechnen die Beamten den "Freien Kräften Schwalm-Eder" zu - einer braunen Kameradschaft, die immer wieder durch Gewalttaten in Erscheinung tritt. Alle Beteiligten waren während der Tat erheblich betrunken.
Die beiden Opfer sagten bei der Polizei aus, sie seien vor dem Dorfgemeinschaftshaus plötzlich aus einer Gruppe von fünf bis acht jungen Männern heraus angegriffen worden. Gleich mehrere hätten auf sie eingeschlagen und auch noch auf sie eingetreten, als sie schon am Boden gelegen hätten. Beide wurden leicht verletzt und erlitten Prellungen und Schürfwunden. Einer der beiden Opfer musste im Krankenhaus ambulant behandelt werden.
Nazi-Parolen auf der Kleidung
Während der Tat sollen zwei Neonazis schwarze T-Shirts mit verklausulierten rechtsradikalen Parolen getragen haben. Auf dem einen stand unter einem Reichsadler "Sturm 18". Die Zahlen eins und acht stehen in der Szene für die jeweiligen Buchstaben im Alphabet und das entsprechende AH für Adolf Hitler. Auf dem anderen Hemd habe vorn "Jungs fürs Grobe" und hinten "168:1" gestanden. Die Zahlen deuten auf den Abschiedsbrief des rechtsradikalen Terroristen Timothy McVeigh hin, der 1995 bei einem Anschlag in Oklahoma City 168 Menschen ermordet hatte.
Überfall auf Jugendcamp
Mitglieder der Freien Kräfte Schwalm-Eder waren unter anderem auch für den Überfall auf ein linkes Jugendzeltlager im Jahr 2008 im Schwalm-Eder-Kreis verantwortlich.
Ein rechtsextremer 19-Jähriger hatte damals mit einem Spaten und einer Bierflasche auf eine schlafende 13-Jährige eingeschlagen. Das Mädchen wurde schwer verletzt. Im Januar diesen Jahres wurde der Täter zu gut zwei Jahren Haft verurteilt. Zudem griff die rechtsextreme Gruppe ein Jugendzentrum in Frielendorf-Todenhausen an und verletzte mehrere Jugendliche.