Mehrere hundert Menschen haben am Samstag in Wetzlar gegen eine Demonstration von Rechtsextremisten protestiert. Die Polizei nahm 19 Personen vorläufig fest.
Insgesamt 300 Rechte zogen am Nachmittag durch die Wetzlarer Innenstadt, nachdem zunächst Gegendemonstranten ihnen die Route blockiert hatten. Vorwand für den Aufmarsch und neues Thema der Rechten: Mobilmachung gegen Kinderschänder. Auf Plakaten wurde die Forderung nach der Todesstrafe erhoben.
"Gewaltbereitschaft auf beiden Seiten"
Gegendemonstranten des "Bündnis gegen Nazis Wetzlar".
Rund 500 Menschen darunter 100 vermummte Autonome und Anhänger der Antifa-Bewegung - zeigten vor Ort Flagge gegen den zweistündigen Nazi-Aufmarsch. Die Gegenveranstaltung hatte das "Bündnis gegen Nazis Wetzlar" organisiert, dem unter anderem Mitglieder von Kirchen, Gewerkschaften und Kinderschutzorganisationen angehören.
Ein Großaufgebot der Polizei konnte größere Zwischenfälle vermeiden. "Gewaltbereitschaft war auf beiden Seiten vorhanden", hieß es von der Polizei. Den mehreren hundert Beamten sei es jedoch gelungen, beide Demonstrationen getrennt zu halten. Insgesamt seien 19 Rechtsextreme und Gegendemonstranten unter anderem wegen des Mitführens von Waffen oder verbotenen Abzeichen festgenommen worden. Zwei Einsatzwagen der Polizei wurden durch Fußtritte und Farbbeutelwürfe beschädigt.