Der 24-jährige Ignacio Rodriguez wird von Sozialminister Grüttner (CDU/li.) empfangen.
Der erste in Spanien angeworbene Altenpfleger ist in Hessen eingetroffen. Ignacio Rodríguez Úbeda wurde am Donnerstag auf dem Frankfurter Flughafen von Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) begrüßt.
Seine Angst vor drohender Einsamkeit in Deutschland hat der jungen Pfleger aus Madrid bei seiner Ankunft wohl gleich verloren. Hessens Sozialminister Stefan Grüttner begrüßte den 24-Jährigen Ignacio Rodriguez Úbeda am Donnerstagabend auf dem Frankfurter Flughafen persönlich und wünschte ihm viel Glück.
Arbeitsangebot vom Sozialministerium
"In meiner Heimat war ich seit August ohne Anstellung", sagt Rodriguez. "Warum hätte ich das Angebot ausschlagen sollen?" Die Offerte, als Altenpfleger in Hessen zu arbeiten, kam vom Sozialministerium selbst.
Úbeda wird in einem Altenheim im mittelhessischen Wölfersheim arbeiten. Zur Begrüßung war auch sein neuer Chef, Heimleiter Herwarth Ziegler, zum Flughafen gekommen. Der Spanier soll nach absolviertem Deutschkurs rund 2.500 Euro
monatlich verdienen, sagte Ziegler.
Aktion gegen Fachkräftemangel
Um den Fachkräftemangel in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen für Senioren zu mildern, hatte Grüttner im vergangenen November zusammen mit der Arbeitsagentur und Berufsverbänden eine Jobbörse in Spaniens Hauptstadt Madrid ausgerichtet. Rodriguez Ubeda und 20 Kollegen unterschrieben die vom Ministerium zuvor geprüften Arbeitsverträge sofort.
Weitere Spanier sollen folgen
"Ich bin jetzt als Erster hier, die anderen kommen spätestens im März", berichtete der Spanier. Nach Berechnungen des Sozialministeriums müssen bis 2015 in Hessen mehr als 700, bis 2020 dann noch mal 1.100 Pflegekräfte neu eingestellt werden, um den Bedarf zu decken. Hessen will daher für das Jahr 2014 die Förderung bei der Altenpflegeausbildung um über fünf Millionen Euro auf 21,5 Millionen Euro erhöhen.
Bis dahin sollen Anwerbungen aus dem Ausland die Lücken füllen. "Wir wollen Pfleger aus ganz Europa und auch von den Philippinen nach Deutschland holen", sagte ein Verbandsvertreter privater Heimbetrieber am Flughafen.