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21.09.2008

Konferenz in Fulda

Bischöfe planen Erklärung zu Moscheen

Bischof Zollitsch (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
Bischof Robert Zollitsch plant in Fulda eine Erklärung zu Moscheebauten in Deutschland.
Die katholischen Bischöfe wollen eine gemeinsame Erklärung zum Bau von Moscheen in Deutschland abgeben. Über den genauen Text soll bei der am Montag in Fulda beginnenden viertägigen Bischofskonferenz beraten werden.
 

Die Debatte um den Bau von Moscheen war zuletzt kontrovers diskutiert worden. Besonderes Aufsehen hatte der geplante Bau einer Großmoschee in Köln erregt. Am Samstag war die Demonstration einer rechtsgerichteten Bürgerinitiative gegen den Bau verboten worden, nachdem es zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten gekommen war.

Teil der allgemeinen öffentlichen Debatte war, in welcher Gestaltung Muslime ihre Gebetshäuser bauen dürfen. Auch unter den katholischen Bischöfen war in dieser Frage keine einheitliche Haltung zu erkennen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, sagte, die Bischöfe würden sich nun mit einer Erklärung in der Debatte positionieren. Der Text solle sich an betroffene Kirchengemeinden und kommunale Verantwortungsträger richten.
 

Streit um Moschee in Frankfurt

 (Bild:  picture-alliance/dpa - Archiv)
Symbole der Macht? In Usingen stehen der evangelische Kirchturm und das Minarett der Moschee einträchtig nebeneinander.
Auch in Hessen hatte es zuletzt Streit um den Bau einer Moschee gegeben. Im Juli erteilte die Stadt Frankfurt der türkisch-pakistanischen Gemeinde die Baugenehmigung für ein Gebetshaus im Stadtteil Hausen. Das Stadtparlament hatte zuvor mit großer Mehrheit einen Antrag von CDU, Grünen, SPD und FDP verabschiedet, in dem festgestellt wurde, dass "Moscheebauten ein Baustein einer erfolgreichen Integrationspolitik" seien.

Der Bischof von Augsburg, Walter Mixa, hatte den Wunsch von Muslimen nach "repräsentativen Moscheen" in Deutschland zuletzt als verkehrt bezeichnet und ein "bescheidenes Auftreten, ohne aufzutrumpfen" nahe gelegt.
 

Kirche in den Medien

Die 67 Mitglieder der Deutschen Bischofskonferenz wollen sich bei ihrem Treffen auch von Fachleuten über Veränderungen in der Mediennutzung der Menschen informieren lassen. Vorsitzender Zollitsch sagte, katholische Themen seien in den Medien unterrepräsentiert. Als Referenten werden unter anderem ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut und Georg Maas, Hauptabteilungsleiter Neue Medien beim MDR, erwartet.

Beratungen gibt es auch zum Verhältnis der katholischen Kirche zu anderen Glaubensgemeinschaften. Der Mainzer Kardinal Lehmann will am Mittwoch Leitlinien für das Gebet bei Treffen von Christen, Juden und Muslimen erläutern. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick will zudem eine Initiative zur "Solidarität mit verfolgten Christen" vorstellen. Verabschiedet werden soll auch eine Richtlinie zur Förderung von Klimaschutzprojekten.
 

Deutsche Bischofskonferenz

Die Deutsche Bischofskonferenz ist das Führungsgremium der katholischen Kirche in Deutschland. Ihr gehören derzeit 67 Bischöfe und Weihbischöfe aus 27 Diözesen an. Vorsitzender ist der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, der im Februar zum Nachfolger vom Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann gewählt worden war. Lehmann
hatte sein Amt nach mehr als 20 Jahre an der Spitze aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt.

Oberstes Organ ist die viertägige Vollversammlung, die zweimal im Jahr zusammentritt - im Frühjahr an wechselnden Orten und im Herbst stets in Fulda. Gegründet wurde die Deutsche Bischofskonferenz im Dezember 1965 zum Ende des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965). Sie trat an die Stelle der sogenannten Fuldaer Bischofskonferenz von 1867, die keine rechtliche Kompetenz hatte. Zwei Jahre später beschlossen die Bischöfe in Fulda, sich künftig jährlich zu treffen.
 
Redaktion: hesc / alb
Bilder: © picture-alliance/dpa - Archiv (2)
 
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(hr fernsehen, 02.10.2008)

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