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15.03.2009

Text in rechtsextremem Verlag

Neue Vorwürfe gegen den Papst

In der Kritik: Papst Benedikt XVI. (Bild:  picture-alliance/dpa)
In der Kritik: Papst Benedikt XVI.
Papst Benedikt XVI. kommt nicht aus den Schlagzeilen: Nach Medienberichten soll er als Kardinal einen Text in einem rechtsextremen Verlag veröffentlicht haben. Wie reagieren darauf die Gläubigen in Hessen? Die hessenschau hat in Fulda nachgefragt.
 

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Es war eine harte Woche für den Papst. Kritik, Kirchenaustritte und schließlich seine Entschuldigung: In einem Schreiben an die katholischen Bischöfe räumte Benedikt XVI. "Pannen" bei der Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe der Pius-Bruderschaft ein und kündigte Konsequenzen im Vatikan an.

Am Samstag dann die Meldung des Nachrichtenmagazins "Spiegel": In seiner Zeit als Kardinal soll Ratzinger 1998 einen Text in der rechtsextremen österreichischen Publikation "Aula" veröffentlicht haben. Der Nachdruck des Aufsatzes sei von seinem damaligem Sekretär "im Auftrag von Herrn Kardinal Ratzinger" genehmigt worden. Das geht laut "Spiegel" aus dem Schriftverkehr des Vatikans mit dem Verlag hervor.
 

Gläubige verärgert über Rummel

Im Fuldaer Dom war bei der Sonntagsmesse von den Vorwürfen wenig zu spüren. Es ging um Sünde und Vergebung, aber nicht um den Papst und dessen Entschuldigung - und erst recht nicht um den "Aula"-Text.

Wie reagieren die Gläubigen in Hessen auf die neuerlichen Vorwürfe? Viele sind empört über die Kritik am Papst. Er habe sich ausreichend entschuldigt. Den neuerlichen Skandal wollte in Fulda niemand so recht glauben: "Was wird denn diesem Mann noch alles angehängt, das ist doch absurd", sagte eine Gläubige vor dem Gottesdienst. Die Vorwürfe seien völlig aus der Luft gegriffen, ergänzte ein anderer Kirchengänger.
 

Wie geht es weiter?

Viel wird allerdings auch bei den Gläubigen darüber spekuliert, warum Papst Benedikt zurzeit so häufig öffentlich in der Kritik steht. Manche mutmaßten eine Hetzkampagne, die zum Teil absichtsvoll gegen ihn lanciert werde.

Falls der Papst aber tatsächlich zuließ, dass in seiner Zeit als Kardinal einer seiner Texte in einem rechtsextremen Buch veröffentlicht wurde, dürfe er sich in neuer Erklärungsnot befinden. Der Text erschien in dem Sammelband "1848 - Erbe und Auftrag", den nach "Spiegel-"-Informationen zwei bekannte Rechtsextremisten herausgaben. Sieben Jahre später soll sich der umstrittene Verlag erneut mit dem Papst-Artikel geschmückt haben - aus Anlass der Papstwahl im Jahr 2005.
 

Der Aula-Verlag

Der Aula-Verlag hat seinen Sitz im österreichischen Graz. Das Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) stuft den Verlag als "rechtsextrem" ein. So lassen sich im Internet-Angebot des Verlags zahlreiche Werke des britischen Holocaust-Leugners David Irving finden. Auch der langjährige Chef der rechtsextremen Deutschen Volksunion (DVU), Gerhard Frey, gehört zu den Autoren. Viele Publikationen feiern deutsche Verbände im Zweiten Weltkrieg, darunter auch die 1946 zur verbrecherischen Organisation erklärte Waffen-SS.

Ratzingers Beitrag

In dem Text Ratzingers, der zum ersten Mal 1995 in der internationalen Zeitschrift "Communio" erschien, beschäftigt sich der heutige Papst vor allem mit dem seiner Ansicht nach falschen Freiheitsbegriff der Gegenwart. Nach Angaben der Zeitung "Österreich" schreibt Ratzinger unter anderem: "Ein Verständnis von Freiheit, das als Befreiung nur immer weitere Auflösung von Normen und die ständige Ausweitung individueller Freiheit bis hin zur völligen Befreiung von aller Ordnung ansehen mag, ist falsch."
 
Redaktion: mape / jaar
Bild: © picture-alliance/dpa

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Papst in der Diskussion: Inszenierte Kampagne oder berechtigte Kritik? - Die Kommentare unserer Leser.

HS am 15.03.2009 23:14
Es ist nicht zu glauben. Schon wieder wird eine Kampagne gegen den Heiligen Vater inszeniert. Man setzt sich mit dem Publikationsorgan auseinander,... [+]
Reiner Mathar am 15.03.2009 22:26
Ich bin ein wenig erstaunt über die Kommentare. Für mich geht es nicht hier um eine inhaltliche und grundsätzlich ethische Frage der... [+]
R.H am 15.03.2009 19:51
Ich frage mich ob diejenigen welche wieder mit Steinen werfen, den Sinn des Textes vollkommen verstanden haben. Oder sucht man nur einen Grund, ega... [+]
DI Dieter Erich Zaddikowsky am 15.03.2009 19:50
Medienhetze gegen den Papst. Solange der Papst nette und unverfängliche Worte für die Vorgänge in Politik und Kirche fand und im Sin... [+]
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