Nach der Bluttat in einem Schottener Jugendzentrum ist der mutmaßliche Täter vorerst in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden. Der 17-Jährige soll einen 21-Jährigen durch einen Messerstich ins Herz getötet haben.
Weder zu den genauen Umständen der Messerstiche noch zum Motiv konnte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Ute Sehlbach-Schellenberg, am Montag nähere Angaben machen. Man stehe erst am Anfang der Ermittlungen. Zu der Tat kam es bei einer Geburtstagsfeier in einem Jugendzentrum. Der 17-Jährige wurde am Montag nach seiner Vorführung beim Haftrichter vorläufig in einer forensischen Klinik untergebracht.
Der Verdächtige habe in einer ersten Vernehmung "nicht in Abrede gestellt, zugestochen zu haben", sagte Sehlbach-Schellenberg. Ein Sachverständiger soll ein Gutachten zur Schuldfähigkeit erstellen. Ob Drogen oder Alkohol im Spiel gewesen sein könnten, ist vorerst offen.
Tödlicher Stich ins Herz
Im Obergeschoss des "Gelben Hauses" in Schotten befindet sich der Raum des Jugendzentrums.
Es seien ganz normale Teenager gewesen, die auf Einladung einer 15-Jährigen in dem angemieteten Raum gefeiert hätten, sagte Schottens Bürgermeisterin Susanne Schaab. Allerdings seien auch Besucher gekommen, die nicht eingeladen waren - unter ihnen auch der mutmaßliche Täter. Der Verdächtige sei auf der Party erschienen, obwohl er nicht eingeladen gewesen sei und habe sich dort einige Zeit aufgehalten, bestätigte auch die Staatsanwaltschaft.
Die Tatwaffe sei ein Küchenmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge. Damit habe der Täter seinem Opfer laut Obduktion einen Stich ins Herz versetzt. Ob er das Messer mitbrachte oder es am Tatort fand, sei noch unklar. Ermittelt wird gegen den 17-Jährigen wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Er sei Iraner.
Drei Schwerverletzte
Der Eingang zum Jugendzentrum war auch am Montag noch abgesperrt.
Der Tat vorausgegangen war laut Staatsanwaltschaft ein Streit bei der Feier. Drei weitere junge Männer im Alter von 17 bis 19 Jahren wurden bei der Attacke zum Teil schwer verletzt. Zu ihrem Gesundheitszustand hieß es am Montag, sie seien nicht in Lebensgefahr.
Am abgesperrten Eingang zum Jugendzentrum in Schotten lagen am Montag Kerzen und Blumen zum Gedenken an den 21 Jahre alten Toten. Auch Schüler, die am Samstag selbst auf der Party waren, kamen Montag früh vor Schulbeginn zum Tatort.
Schülerin: "Bin verzweifelt"
"Ich habe Angst und bin verzweifelt", sagte ein Mädchen dem hr-Hörfunk. Eine andere sagte, sie versuche nun die Bilder aus dem Kopf zu bekommen. "Ich habe für die Opfer gebetet." In der nahegelegenen Gundschule fiel der Unterricht am Montag aus. Für Freitagabend ist in der Liebfrauenkirche der evangelischen
Kirchengemeinde eine Trauerandacht geplant.
Bei dem Jugendzentrum handelt es sich um einen Raum über der Stadtbibliothek im so genannten "Gelben Haus". Eigentümerin ist die Stadt Schotten. Verwaltet wird der Raum von Schülern, die ihn kostenfrei nutzen können. Nach Angaben der Bürgermeisterin haben sie sich dazu verpflichtet, bei Feiern keinen harten Alkohol auszuschenken und das Jugendschutzgesetz zu beachten. Kontrollen der Stadt gebe es nur bei Hinweisen auf Verstöße oder bei Beschwerden.
Anm. d. Red.: In einer früheren Version hatte es über die Nationalität des mutmaßlichen Täters geheißen, er sei aus Afghanistan. Korrekt ist, dass der 17-Jährige laut Staatsanwaltschaft Iraner ist. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.