An allen anderen Gymnasien gibt es das Angebot nicht, da heißt es entweder G8 oder G9. Im Klartext bedeutet dies: Kehrt keine Schule in der Nähe zu G9 zurück, haben diejenigen Eltern Pech gehabt, die sich für ihre Kinder ab der fünften Klasse den neunjährigen Weg zum Abitur wünschen.
Mit der aktuellen Reform wird der Streit um die bestmögliche Schulpolitik in Hessen deshalb sicher nicht enden. Schließlich ist bald wieder Wahlkampf-Zeit: Hessens SPD kündigte zum Beispiel bereits an, G8 im Falle eines Sieges von Rot-Grün bei der kommenden Landtagswahl vollständig abzuschaffen.
Lockerung für Gesamtschulen schon 2008
Die CDU-Alleinregierung unter dem früheren Ministerpräsidenten Roland Koch hatte 2004 die verkürzte Gymnasialzeit von acht Jahren (G8) eingeführt, im Rahmen einer bundesweiten G8-Reform. Danach wird das Abitur nicht mehr nach insgesamt 13, sondern bereits nach 12 Jahren Schule abgelegt. Das sogenannte Turbo-Abi sorgt aber bis heute wegen der Verdichtung des Lernstoffs für Unmut bei Eltern, Lehrern und Schülern.
Eine Lockerung von G8 gab es bereits rund vier Jahre später: Die Kooperativen Gesamtschulen bekamen im Schuljahr 2008/2009 die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 wieder. Seitdem ist rund die Hälfte der 116 Kooperativen Gesamtschulen zu G9 zurück gekehrt. Auch in anderen westdeutschen Bundesländern geht der Trend wieder zum Abitur nach neun Jahren zurück.