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Ursachen & Therapie

Wenn Rheuma unser Leben lahm legt

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Mann mit schmerzender Wirbelsäule (Bild:  colourbox.com)
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Rheuma: Am schlimmsten sind die Schmerzen.
Auch junge Menschen sind nicht vor Rheuma gefeit. Der Schmerz kommt meist aus heiterem Himmel. Manche Betroffene können dann plötzlich ihre Finger kaum noch bewegen, keinen Schritt gehen, nicht mehr den Arm heben. Außerdem: Was steckt hinter Fibromyalgie?
 

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25.02.2010, 18:50 Uhr
Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland leiden an rheumatischen Erkrankungen - betroffen sind Menschen in jedem Lebensalter, vom Vorschulkind bis zum Greis. "Rheuma" ist keine Diagnose im engeren Sinne, auch keine einheitliche Krankheit - vielmehr fallen über 400 einzelne Erkrankungen darunter, die sich ähneln, zum Teil aber auch völlig unterschiedlich sind. Einzige Gemeinsamkeit: Eine schmerzhafte Veränderung des Bewegungsapartes!

Der Umgang mit den Schmerzen ist ein zentrales Element im Leben der Betroffenen. Auch, weil Rheuma bis heute nicht heilbar ist. Wichtig ist, sich der Krankheit nicht auszuliefern. service: gesundheit klärt, welche Ursachen hinter Rheuma stecken, welche Symptome auf die Krankheit hinweisen und welche unterschiedlichen Behandlungsmethoden helfen können.
 
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Rheuma - Zwei Patienten, zwei Krankengeschichten

Video: Zwei Patienten, zwei Krankengeschichten 4:14 Min
(© Hessischer Rundfunk, 26.02.2010)
Video: Wenn Rheuma unser Leben lahm legt 20:34 Min
(© hr | service:gesundheit, 25.02.2010)
Andreas S. ist 37 Jahre alt und arbeitet als evangelischer Geistlicher. Katja B. ist 40 Jahre alt und Sonderschullehrerin. Beiden gemeinsam ist, dass sie lange Zeit krank waren und ihnen keiner helfen konnte. Ihr Leiden beginnt mit mysteriösen Beschwerden. Andreas S. plagten immer wieder Rückenschmerzen, die über Stunden anhielten, sich anfühlten wie eine Blockade im Rücken, wie ein Hexenschuss. Bei Katja B. schien einen Infekt der Nasennebenhöhlen die Ursache für ihre geschwollene Nase und die Luftnot zu sein. Befindlichkeitsstörungen also, die jeder irgendwann mal hat. Einen Arzt suchten beide deshalb nicht auf. Dann aber bekommt die Sonderschullehrerin plötzlich Probleme mit den Gelenken, mal ist das Handgelenk geschwollen und schmerzt, mal eines ihrer Kniegelenke. Manchmal kommt sie deshalb kaum allein aus dem Bett. Aber meist innerhalb eines Tages verschwinden Schwellung und Schmerz dann von selbst wieder. Ganz ähnlich bei Andreas S. Sein Rücken tut jetzt täglich weh, in den folgenden neun Jahren pendelt er zwischen Orthopäden, Chiropraktikern und, weil sich seine Augen immer wieder entzünden, auch Augenärzten. Zu Hause stapeln sich Röntgen- und Kernspintomografie-Bilder, Listen über Bluttests, er schmiert Salben, bekommt Spritzen und schluckt Schmerzmittel.
 

Doch nichts hilft. Hinzu kommt immer wieder die Enttäuschung, wenn wieder ein neuer Arzt, eine neue Behandlung keinen Erfolg bringt. Auch Katja B. geht es immer schlechter. Sie hat jetzt Fieberattacken, Hautauschläge, Missempfindungen im Gesicht, dazu Augenentzündungen. Innerhalb kurzer Zeit verliert sie über 50 Prozent ihrer Sehkraft, muss eine Brille tragen. Auch sie läuft von Arzt zu Arzt, wird sogar an der Nasenschleimhaut operiert.

Den Zusammenhang zwischen all ihren Beschwerden sieht keiner. Erst in einer Rheumaklinik wird der entscheidende Bluttest gemacht. Danach ist klar: Katja B. hat eine Vasculitis, eine Rheuma-Erkrankung der kleinen Blutgefäße. Die Krankheit kann sich im ganzen Körper ausbreiten, die inneren Organe schwer schädigen. Die Nieren der 40-Jährigen sind bereits schwer geschädigt als die Diagnose endlich gestellt wird. Nach neun Jahren steht auch bei Andreas S. die richtige Diagnose fest: Der 37-Jährige hat Morbus Bechterew, eine rheumatische Erkrankung der Wirbelsäule. Beide lernen mit ihrer Krankheit umzugehen, lernen, welche Bewegungstherapien helfen, welche Medikamente helfen, welche äußeren Einflüsse die Krankheit verschlimmern, lernen, wie wichtig Pausen sind, die Vermeidung von Stress. So lässt sich die Krankheit verlangsamen, vielleicht sogar stoppen. Katja B. allerdings muss damit leben, dass ihre Augen und Nieren dauerhaft geschädigt sind. Vielleicht wäre das vermeidbar gewesen, wenn die Diagnose früher gestellt worden wäre.

Autorin: Sigrun Damas
 
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Redaktion: daal / anfi
Bild: © colourbox.com
Letzte Aktualisierung: 3.08.2010, 16:04 Uhr
 

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Zu Gast im Studio:

Dr. Wolfgang Bolten, Internist und Rheumatologe

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83043 Bad Aibling
E-Mail: info@bdrh.de
Internet: www.bdrh.de

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Literatur zum Thema:

Daniela Loisl u.a. "Diagnose Rheuma: Lebensqualität mit einer entzündlichen Gelenkerkrankung"
151 Seiten, 19,95Euro
ISBN: 978-3211756379
Springer Verlag
April 2008

Ilona Ahrlich "Rheuma kann auch wieder gehen "
180 Seiten, 14,90 Euro
ISBN: 978-3867390309
Balance Buch + Medien Verlag
März 2008

Wolfgang Miehle "Entzündliches Gelenkrheuma"
254 Seiten, 26 Euro
ISBN: 978-3981096088
Rheumamed-Verlag
Oktober 2007

Friedrich Bohlmann u.a. "Gesund essen bei Rheuma - 100 leckere Rezepte für mehr Lebensgenuss"
128 Seiten, 12,90 Euro
ISBN: 978-3833801631
Gräfe & Unzer Verlag
März 2006

Eckhard K. Fisseler "Arthrose - Der Weg zur Selbstheilung "
170 Seiten, 25 Euro
ISBN: 978-3939570134
Nietsch Verlag
September 2007
 
 
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