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Pferdefleisch (Bild:  picture-alliance/dpa)

Ernährung

Was ist schlecht am Pferdefleisch?

In Supermärkten wurde Fertig-Lasagne gefunden, die Pferdefleisch statt Rindfleisch enthält. Das ist ganz klar ein Betrug am Verbraucher. Doch wie sieht es eigentlich sonst mit Pferdefleisch aus – wird das bei uns heute noch vermarktet und gegessen? hr4 hat recherchiert.
 

Was ist eigentlich schlecht am Pferdefleisch?

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16.02.2013, 9:45 Uhr
Im Prinzip nichts! Es hat sogar viele Vorteile: Weniger Kalorien als Rind- und Schweinefleisch. Nur knapp 3 Gramm Fett pro 100 Gramm im Vergleich zu Rindfleisch, das im Durchschnitt 8 Gramm Fett pro 100 Gramm enthält. Pferdefleisch ist besonders reich an Vitamin A und Eisen. Und es wird Menschen und Tieren bei Lebensmittelallergien von Ärzten sehr empfohlen.
 
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Der Skandal hat Klaus Schneider, Pferdemetzger aus Frankfurt, nicht weniger, sondern mehr Kunden beschert: "Es kaufen jetzt mehr Leute bei mir. Das war wie bei BSE: Als BSE kam, hat das drei bis fünf Tage gedauert, dann haben die Leute gemerkt, dass man auch Pferdefleisch essen kann." Metzger Schneider verkauft heute Pferdewürstchen, Pferdefleischwurst, Krakauer, Pferdeschinken, Pferdebraten, Pferdefilet und Pferdesalami."
 

Was ist dran am Pferdefleischskandal?

Die Verbraucher empören sich zurecht: sie wurden betrogen. Hätte in der Zutatenliste gestanden "mit Pferdefleisch aus Rumänien" - die Tiefkühl-Lasagne hätte keine Käufer gefunden.

Hinzu kommt, dass bisher keiner weiß, ob die Pferde, die in Rumänien geschlachtet wurden, nicht von der Rennbahn kamen. Das würde mit großer Wahrscheinlichkeit heißen: Schmerzmittel und Dopingmittel. Auf diese Mittel wird in der Überwachung nicht routinemäßig untersucht, weil sie in der normalen Tierzucht verboten sind.

Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg geht davon aus, dass das rumänische Pferdefleisch von Tieren stammt, die als Rennpferde gehalten wurden. Denn normales Pferdefleisch sei europaweit keineswegs preiswerter als Rindfleisch – im Gegenteil.
 

Werden in Hessen Pferde für die Fleischgewinnung gehalten und geschlachtet?

In Hessen gibt es nach hr-Recherchen keinen Landwirt, der Pferde für die Lebensmittelgewinnung hält. Es gibt aber noch drei Pferdemetzger, die direkt schlachten und Fleisch verarbeiten.

Einer davon ist Klaus Schneider. Er schlachtet im hessischen Krombach ältere Tiere aus der Region und auch Fohlen, die mit Geburtsfehlern auf die Welt kommen: "Die Tiere kommen aus dem Umkreis von 50 bis 70 Kilometer. Sie werden zu 99 Prozent von den Besitzern angeliefert. Ich darf nicht jedes Pferd schlachten. Kurz vor der Schlachtung kommt die Veterinärin, die den Pass und das Tier begutachtet."
 
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Redaktion: anfi / paab
Letzte Aktualisierung: 19.02.2013, 11:00 Uhr
 
 
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