hr-online Informationen aus Hessen
ARD.de Hilfe Feedback Die RSS-Angebote des hr Folgen Sie uns auf twitter hr-online bei Facebook
 
Seite: 1/5
 (Bild:  colourbox.com)

Wann Sie handeln sollten

Bluthochdruck und Herzerkrankungen

Herz-Kreislauferkrankungen gehören noch immer zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Ein Grund ist, dass vor allem ein erhöhter Bluthochdruck lange Zeit kaum Symptome verursacht.
 

Thema in

Sendungslogo
14.06.2012, 18:50 Uhr
Im Stillen schädigt er allerdings Herz, Nieren, Gefäße und Gehirn. Erkannt wird er oft erst, wenn schon massive Beeinträchtigungen vorliegen. Die Gefäßwände sind mit Kalkablagerungen belegt, das Herz muss immer kräftiger Pumpen, um das Blut durch die steifen Adern zu transportieren. Nicht selten resultiert eine Herzschwäche.

Die Niere mit ihrem sehr feinen Gefäßnetz, leidet besonders unter dem hohen Druck. Auf Dauer werden die feinen Adern zerstört, die Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Die Ablagerungen in den Gefäßen können zu Gerinnseln führen, die wiederum einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.
 
Einfach für alle. Der neue Rundfunkbeitrag.
Weitere Informationen erhalten Sie [hier].

Bluthochdruck sicher senken

Video: Bluthochdruck und Herzerkrankungen 25:01 Min
(© hr | service: gesundheit, 14.06.2012)
35 Millionen Menschen in Deutschland haben einen zu hohen Blutdruck, doch nur die wenigsten wissen, dass ihre Blutdruckwerte zu hoch sind. Dabei ist der ständig erhöhte Druck gefährlich: Bleibt die Hypertonie, so der medizinische Fachbegriff, unentdeckt und unbehandelt, kann sie die Wände der Blutgefäße schädigen und so die Entstehung von Arterienverkalkung (Arteriosklerose) begünstigen. Mögliche Folgen der verkalkten Blutgefäße: Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Bluthochdruck ist eine stille Gefahr, denn Betroffene haben lange keine spürbaren Be-schwerden. Oft wird der hohe Blutdruck mit Medikamenten behandelt. Insbesondere das Risiko für einen Schlaganfall steigt durch den zu hohen Blutdruck. Sind die kleinen Adern im Auge von den hochdruckbedingten Gefäßverengungen betroffen, kann es zu schweren Sehstörungen kommen. Den Nieren droht ebenfalls Gefahr: Stehen die empfindlichen Blutgefäße des Organs permanent unter hohem Druck, kann die Filterfunktion der Nieren gefährlich eingeschränkt werden. Im schlimmsten Fall verlieren die Nieren ihre Funktion und es wird eine Nierenersatztherapie (Dialyse) notwendig. Um Nierenschäden frühzeitig aufzuspüren, empfehlen Experten einen Stäbchentest, der das Eiweiß Albumin im Urin nachweist.
 
Halbjährliche Kontrolle angeraten
Um den "stillen Killer" Bluthochdruck aufzuhalten, empfiehlt sich spätestens ab dem 35. Lebensjahr eine halbjährliche Kontrolle beim Hausarzt. Unabhängig vom Alter gilt ein Blutdruck von bis zu 120/80 mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule) als optimal. Bei gesunden Menschen sind obere (systolische) Werte bis 140 und untere (diastolische) Werte bis 90 zu tolerieren. Diabetiker müssen besonders auf ihren Blutdruck achten: Die Messungen sollten 130/80 nicht übersteigen. Für Nierenkranke gilt sogar ein noch strengerer Grenzwert von maximal 125/70.

Medikamente unterstützen Therapie
Reichen diese Maßnahmen nicht aus, setzen Ärzte Medikamente gegen den Bluthochdruck ein. Dazu gehören Beta-Blocker, Diuretika, sogenannte Calciumantagonisten, ACE-Hemmer, Sartane, Angiotensin II Antagonisten und Renin-Inhibitoren. Oft ist eine Kombinationstherapie aus mehreren Blutdruckpräparaten besser als die Behandlung mit nur einem Medikament. Diese verschiedenen Wirkstoffgruppen greifen an unterschiedlichen Kontrollpunkten des Körpers an, um den Druck im Gefäßsystem zu reduzieren. Die Effektivität und die möglichen Nebenwirkungen dieser einzelnen Antihypertensiva sind dabei stark vom Alter und vorhandenen Nebenerkrankungen abhängig. Wichtig ist, dass der Arzt nach genauer Untersuchung mit Bluttests, EKG und mehrfachen Blutdruckmessungen für jeden Patienten individuell die optimale Hochdrucktherapie erstellt.
 
Seite:   [1]    2    3    4    5    >>   
Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 18.06.2012, 9:40 Uhr
 

Hintergrund

Zu Gast im Studio:

Prof. Dr. Thomas Wendt, Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin

Information

Literatur zum Thema Bluthochdruck

Martin Middeke u.a. "Bluthochdruck senken ohne Medikamente: Ihr Blutdruck-runter-Programm"
Trias Verlag, 7., vollst. überarbeitete Auflage 2010
ISBN-10: 3830435487
ISBN-13: 978-3830435488
Preis: 22,95 €

Anke Nolte "Bluthochdruck: Vorbeugen, erkennen, behandeln"
Verlag Stiftung Warentest 2010
ISBN-10: 3868511172
ISBN-13: 978-3868511178
Preis: 16,90 €

Dr. med. Ramon Martinez "Bluthochdruck selbst senken in 10 Wochen. Selbsthilfeprogramm für Betroffene"
Schluetersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei 2. Aufl. 2010
ISBN-10: 3899935969
ISBN-13: 978-3899935967
Preis: 14,90 €

Sven-David Müller u.a. "Ernährungsratgeber Bluthochdruck. Genießen erlaubt"
Schluetersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei 2009
ISBN-10: 3899935748
ISBN-13: 978-3899935745
Preis: 12,90 €

Information

Literatur zum Thema Herzerkrankungen

Marianne Koch "Das Herz-Buch"
Deutscher Taschenbuch Verlag 2011
ISBN-10: 342324870X
ISBN-13: 978-3423248709
Preis: 14,90 €

Dietrich Grönemeyer "Dein Herz: Eine andere Organgeschichte"
Fischer-Verlag 2010
ISBN-10: 3100273052
ISBN-13: 978-3100273055
Preis: 22,95 €

Robert Ascheim u.a. "Herzerkrankungen. Antworten auf die wichtigsten Fragen"
Dorling Kindersley Verlag 2009
ISBN-10: 3831013691
ISBN-13: 978-3831013692
Preis: 14,95 €

Sven-David Müller-Nothmann u.a. "Ernährungsratgeber Herz und Gefäße. Genießen erlaubt"
Schlütersche Verlagsanstalt 2008
ISBN-10: 3899935462
ISBN-13: 978-3899935462
Preis: 12,90 €
 
hr-online enthält Links zu anderen Internetangeboten. Wir übernehmen keine Verantwortung für Inhalte fremder Webseiten.