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Karussell (Bild:  colourbox.com)
 
Nach den heftigen Schwindelattacken durch die Lagerungsübungen macht Renate F. in der Nacht kein Auge zu. Ziemlich ängstlich kriecht sie am Morgen aus dem Bett und geht zur Untersuchung: Doch tatsächlich ist ihr Schwindel verschwunden, sogar wenn sie den Kopf nach rechts dreht, gerät ihre Welt jetzt nicht mehr ins Wanken.

Damit das so bleibt, muss sie die gegen ihren Lagerungsschwindel wirksamen genauen Abläufe des Trainingsmanövers erlernen und zu Hause regelmäßig anwenden, dreimal täglich mindestens drei Wiederholungen hintereinander.

Erst wenn sie auch bei diesen Übungen keinen Schwindel mehr verspürt, darf sie mit dem täglichen Training aufhören. Allerdings: der Lagerungsschwindel kann wiederkehren, doch was dann zu tun ist, weiß Renate F. jetzt ganz genau: Sie muss einfach nur das erlernte Trainingsmanöver wieder anwenden - so lange, bis die kullernden Kristalle wieder aus dem Bogengang verschwunden sind.

Experte im Beitrag:
Dr. med. Sebastian v. Stuckrad-Barre
Deutsche Klinik für Diagnostik
Fachbereich Neurologie
Aukammallee 33
65191 Wiesbaden
Mail: neuro@dkd-wiesbaden.de
Internet: www.dkd-wiesbaden.de

Autorin: Corinna Sachs
 

Morbus Menière - der Fall Christina V.

Hörsturz, Übelkeit, extreme Schwindelattacken. Wer zum ersten Mal einen Morbus Menière-Anfall hat, vergisst ihn nie wieder. Christina V. ging es so schlecht, dass sie am liebsten sterben wollte: "Mir ging es so schlecht. Ich hatte totale Angst, weil ich nicht wusste, was mit mir ist."

Die Ursache des Schwindels liegt im Innenohr. Dort sorgen zwei voneinander getrennte Flüssigkeiten dafür, dass wir das Gleichgewicht halten können. Aus bislang ungeklärten Gründen entsteht bei Morbus Menière ein erhöhter Druck im Innenohr. Die Flüssigkeiten vermischen sich, eine Art "giftige Brühe" entsteht und der Anfall ist da.

Christina V's. Gleichgewichtsorgan wird heute bei einer Untersuchung künstlich gereizt. Durch Spülungen mit kaltem und warmem Wasser kann bei ihr Schwindel ausgelöst werden. Das sieht man ganz deutlich an heftigen Augenbewegungen. Die Untersuchung zeigt, dass das rechte Gleichgewichtsorgan nicht mehr normal funktioniert, das linke funktioniert noch normal, d. h. der Morbus Menière betrifft ihr rechtes Ohr.

Der Hörtest zeigt, dass auch ihr Hörvermögen auf dem rechten Ohr inzwischen stark eingeschränkt ist. Bedingt durch den Morbus Menière. Die 54-Jährige Verwaltungsangestellte hatte vor zwei Jahren den ersten Anfall. Seitdem nimmt sie Medikamente. Eine Operation kommt für sie nicht in Frage.
 
Isabell H., Professorin für Pflanzenökologie, sah irgendwann keinen anderen Ausweg als die Operation. Denn die Schwindelanfälle wurden immer schlimmer, der Leidensdruck immer größer. 1998 entschloss sie sich zur Operation am linken, 2008 am rechten Ohr.

Im Unfallkrankenhaus Berlin wurde im Innenohr ein Stück Knochen entfernt, um mehr Platz zu schaffen. Bei der Operation wird die knöcherne Bedeckung des Endolymphsacks entfernt, sodass der Endolymphsack, wenn der Anfall kommt, sich problemlos ausbreiten kann und damit kein Schwindelsymptom im Sinne des Drehschwindels mehr entsteht. Operationen bei Morbus Menière sind nicht unumstritten. In manchen Fällen wird das Gleichgewichtsorgan durch ein Medikament oder die Durchtrennung eines Nervs sogar ganz ausgeschaltet.

Das war bei Isabell H. nicht notwendig. Seit zwei Jahren ist sie schwindelfrei. Ein Hör-Implantat im rechten und ein Hörgerät am linken Ohr machen es ihr möglich, fast ohne Einschränkung als Dozentin zu arbeiten.

Christina V. hat sich mit ihrem Morbus Menière arrangiert. Auch wenn sie in der Öffentlichkeit manchmal ein ungutes Gefühl überkommt.

Autorin: Ursula Stamm
 
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Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 29.06.2012, 8:22 Uhr
 

Information

Literatur zum Thema:

Anne Freimann u.a. "Schwindel: So kommt die Welt wieder ins Gleichgewicht"
Schlütersche Verlag, 1.Aufl. 2007
ISBN-10: 3899935446
ISBN-13: 978-3899935448
Preis: 9,90 €

Helmut Schaaf u.a. "Gleichgewicht und Schwindel der Seele: Ratschlag für Betroffene von Schwindelkrankheiten"
Profil Verlag; 4. Auflage 2008
ISBN-10: 3890196349
ISBN-13: 978-3890196343
Preis: 18,00 €

Bela Büki u.a. "Schwindel & Gleichgewichtsstörungen: Ursachen - Diagnose - Therapie"
Verlagshaus der Arzte, 1. Aufl. 2007
ISBN-10: 3902552182
ISBN-13: 978-3902552181
Preis: 14,90 €

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10117 Berlin
Tel.: 030/ 531 437 930
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Mail: info@dgn.org
Internet: www.dgn.org

Deutsche Klinik für Diagnostik
Schwindelambulanz d. Abteilung Neurologie
Aukammallee 33
65191 Wiesbaden
Mail: neuro@dkd-wiesbaden.de
Internet: www.dkd-wiesbaden.de

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