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Karussell (Bild:  colourbox.com)
 
Andere Ursachen für Schwindel
Da unser Auge und unser Sehzentrum wesentliche Informationen an unser Gleichgewichtsorgan sendet, können auch Augenerkrankungen zu Schwindel und begleitender Übelkeit und gar Erbrechen führen (s. u., Beitrag zu Gleitsichtbrillen). Im Zweifel müssen daher auch die Augen gründlich untersucht werden.

Psychogener Schwindel
Schwindel kann auch Ausdruck von psychischen Erkrankungen sein. Angsterkrankungen, Phobien oder starke psychische Belastungen kommen in Frage. Auch bei Depressionen, Psychosen und Neurosen kann es zu Schwindel kommen.

Autorin: Eva Maria Siefert
 

Untersuchungen, um einen Schwindel abzuklären

Wer unter wiederkehrendem Schwindel oder Ohnmachtsanfällen leidet, muss oft von mehreren Fachärzten untersucht werden, bis die Diagnose fest steht. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt. Wichtig ist zunächst die Krankengeschichte (so genannte Anamnese). Hilfreich ist es, wenn Sie alles in einem Schwindeltagebuch notiert haben (s.o.). Schon damit lässt sich in neun von zehn Fällen die Diagnose stellen!

Körperliche Untersuchung:

  • Blutdruck, Puls, Blutzucker

  • Untersuchung der Augenbewegungen (Nystagmus)

  • Gehör- und Gleichgewichtsprüfung

  • Koordinationsprüfung


Zusätzlich je nach Befund nötig:

  • Audiometrie (Gehörprüfung beim Facharzt)

  • Vestibularistest (Gleichgewichtsprüfung beim Facharzt)

  • Test um eine Sinusknotenerkrankung auszuschließen, insbes. bei Älteren EKG, ggf. sowohl in Ruhe als auch unter Belastung, ggf. 24-Stunden-Blutdrucküberwachung

  • u.U. neurologische Untersuchungen, EEG, um eine Epilepsie auszuschließen

  • gel. bildgebende Verfahren (Computer-Tomogramm, Kernspintomogramm) um z. B. einen Tumor auszuschließen

  • Ultraschalluntersuchung von den hirnversorgenden Blutgefäßen

  • Hirnfunktionsdiagnostik

  • Psychiatrische Untersuchung


Autorin: Eva Maria Siefert
 

Neurofeedback - der Fall Sylvia W.

Der Flughafen Berlin-Tegel: Ohne die Arbeit der Fluglotsen würde hier gar nichts gehen. Sylvia W. ist eine von ihnen. Doch zur Zeit ist sie krankgeschrieben, weil sie immer wieder starke Schwindelanfälle hatte. Schlecht, in so einem verantwortungsvollen Beruf. "Gerade in diesem Beruf, wo man ständig hochkonzentriert sein muss, leistungsbereit, diszipliniert, da habe ich keine Zeit darüber nachzudenken, geht's dir gut, geht's dir nicht gut, könnte es heute wieder passieren?"

Schwindel: Die Welt gerät plötzlich aus den Fugen, dreht sich, schwankt oder kippt. Wer das zum ersten Mal erlebt, vergisst es nie wieder. "Wenn man das noch nicht erlebt hat, kann man es überhaupt nicht beschreiben. Das ist, als ob sich die ganze Welt um einen dreht, man in alle Richtungen gleichzeitig kippt und vor allen Dingen kommt dazu noch ganz starke Übelkeit und Schweißausbrüche."

Schwindel kann viele Ursachen haben: ein Unfall, Migräne, Erkrankungen des Innenohrs. Bei Sylvia W. hat eine Gefäßveränderung im Innenohr das Gleichgewichtsorgan angegriffen. Die Ursache ihres Schwindels konnte nicht behoben werden. Doch ein ganz spezielles Trainingsprogramm hat ihr geholfen, sicherer zu werden: das so genannte Neurofeedback- also ein Rückmeldungstraining. Ganz wichtig dabei ist ein spezieller Gürtel, der um die Hüfte gelegt wird. Sensoren auf seiner Innenseite messen Sylvia W`s. Schwankungen im Raum und geben durch Vibration direkt Rückmeldung. "Wenn ich Schwindel bekomme, denkt man immer der geht in alle Richtungen gleichzeitig. Und durch den Gürtel erfahre ich, dass eine Seite z. B. ausgeprägter ist und dass ich meine Übungen intensivieren muss, um diese Seite zu stärken." Ein Computerprogramm dokumentiert, wie sicher Sylvia W. sich heute schon bewegt. Über zwei Wochen hat sie regelmäßig trainiert. Mit dauerhaftem Erfolg. Die 51-Jährige bewegt sich jetzt nicht nur sicherer, auch ihr Risiko zu stürzen ist deutlich geringer geworden.

Autorin: Ursula Stamm
 
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Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 29.06.2012, 8:22 Uhr
 

Information

Literatur zum Thema:

Anne Freimann u.a. "Schwindel: So kommt die Welt wieder ins Gleichgewicht"
Schlütersche Verlag, 1.Aufl. 2007
ISBN-10: 3899935446
ISBN-13: 978-3899935448
Preis: 9,90 €

Helmut Schaaf u.a. "Gleichgewicht und Schwindel der Seele: Ratschlag für Betroffene von Schwindelkrankheiten"
Profil Verlag; 4. Auflage 2008
ISBN-10: 3890196349
ISBN-13: 978-3890196343
Preis: 18,00 €

Bela Büki u.a. "Schwindel & Gleichgewichtsstörungen: Ursachen - Diagnose - Therapie"
Verlagshaus der Arzte, 1. Aufl. 2007
ISBN-10: 3902552182
ISBN-13: 978-3902552181
Preis: 14,90 €

Kontakt

Adressen:

Deutsche Gesellschaft für Neurologie
Geschäftsstelle
Reinhardtstr. 14
10117 Berlin
Tel.: 030/ 531 437 930
Fax: 030/ 531 437 939
Mail: info@dgn.org
Internet: www.dgn.org

Deutsche Klinik für Diagnostik
Schwindelambulanz d. Abteilung Neurologie
Aukammallee 33
65191 Wiesbaden
Mail: neuro@dkd-wiesbaden.de
Internet: www.dkd-wiesbaden.de

Schwindelambulanz der Neurologischen
Klinik der Johannes Gutenberg Universität Mainz
Langenbeckstraße 1 (Gebäude 701)
55101 Mainz
Tel.: 06131/ 17 31 10
Internet: www-klinik.uni-mainz.de/Neurologie

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Postfach 210351
42353 Wuppertal
Tel.: 0202/ 24 65 2-0 (Zentrale)
Fax: 0202/ 24 65 2-20
Mail: dtl@tinnitus-liga.de
Internet: www.tinnitus-liga.de
 
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