Welche Behandlungen gibt es?
Die Therapie richtet sich nach den Beschwerden des Patienten. Im akuten und chronischen Stadium kommen schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamenten (vorrangig Nicht steroidale Anti-Rheumatika, kurz NSAR) zum Einsatz, möglich sind auch Spritzen in das betroffene Gelenk. Weitere, wesentliche Säulen in der Behandlung sind Krankengymnastik, Physikalische Therapie (Wärme tut bei chronischen Schmerzen gut, Kälte vor allem bei akuten Entzündungen, hier sind auch als altes Hausrezept Quarkwickel wirksam). Bewegen statt Schonen sollte das Motto für Arthrosepatienten sein, regelmäßiger Sport nach den individuellen Möglichkeiten des Patienten ist deshalb sehr wichtig. Da sich durch die Entzündungen oft Flüssigkeit im Gelenk sammelt, kommen Gelenkpunktionen zur Entlastung in Frage.
Künstliche Gelenke
Sind die konservativen Maßnahmen ausgeschöpft, kommen operative Therapien zum Einsatz. Bei jüngeren Patienten oder verletzungsbedingter Arthrose können Korrekturen von Fehlstellungen oder Knorpeltransplantationen erwogen werden. Sonst muss das Gelenk teilweise oder vollständig durch ein Kunstgelenk ersetzt werden.
Welche Prothese im Einzelfall die richtige ist, entscheiden Arzt und Patient gemeinsam. Künstliche Gelenke bestehen in der Regel aus Titan oder einem anderen gut verträglichen Material. Abstoßungen sind deshalb extrem selten. Allerdings besteht immer die Gefahr einer Infektion während oder kurz nach dem Eingriff, weshalb für solche Operationen besonders strenge Hygieneregeln eingehalten werden müssen.
Nach dem Eingriff soll der Patient schnell wieder auf die Beine kommen: In vielen Fällen wird das Gelenk schon am Tag nach der Operation passiv (durch Physiotherapeut) bewegt und die Betroffenen dürfen das Gelenk schon ganz oder teilweise belasten.
Wesentlich für den Operationserfolg ist eine konsequente Nachbehandlung, die Physio- und Ergotherapie einschließt, und bei der der Patient wichtiges für die ersten Wochen und das Leben mit einem Kunstgelenk lernt. Deshalb sollten alle Patienten die Möglichkeit einer stationären Rehabilitation in einer Klinik nutzen.
Bei einem unkomplizierten Eingriff kommt der Patient etwa 6-12 Tage nach der OP in die Rehaklinik, die Kosten übernimmt entweder die Krankenkasse oder der Rentenversicherungsträger. Statistisch gesehen hält ein künstliches Gelenk etwa 15 Jahre, die Betroffenen müssen keine besonderen Regeln einhalten und auch keine Medikamente mehr einnehmen. Sport ist nicht nur möglich, sondern empfehlenswert, lediglich auf Kampfsportarten sollten Patienten mit einem künstlichen Gelenk verzichten.