Anwendung im Frühstadium sinnvoll
Bei etwa jedem zweiten Patienten hilft die Behandlung, die andere Hälfte klagt weiter über Beschwerden. Bei wem die Therapie erfolgreich ist, lässt sich aber vorab nicht beurteilen. Je weiter die Arthrose fortgeschritten ist, desto weniger hilft die Hyalurontherapie. Ist der Knorpel bereits so zerstört, dass Knochen auf Knochen reibt, hilft auch Hyaluron nicht mehr. Ein Behandlungszyklus umfasst fünf Spritzen. Weil die Wirksamkeit der Hyaluronbehandlung nicht klar bewiesen ist, müssen Patienten den Eingriff selbst bezahlen: bis zu 250 Euro für fünf Spritzen. Die Wirkung spüren sie meist nach mehreren Injektionen, manchmal auch erst Wochen nach der fünften Spritze. Wirkt die Behandlungserie beim ersten Mal nicht, macht es keinen Sinn, es erneut zu versuchen. Lässt die Wirkung nach anfänglichem Erfolg nach einigen Monaten nach, kann dagegen eine erneute Hyalurontherapie sinnvoll sein.
Gelenkinfektion möglich
Rückgängig machen kann die Therapie den Gelenkverschleiß nicht, die schmerzlindernde Wirkung hält nur eine begrenzte Zeit an. Außerdem sollten Patienten bedenken, dass jede Injektion in ein Gelenk die Gefahr einer gefährlichen Gelenkinfektion birgt. Patienten, die unter einer behebbaren Fehlstellung des Gelenks leiden, sollten diese vor einer Hyalurontherapie korrigieren lassen. Das gleiche gilt für Patienten mit einem durch Arthrose verletzten Meniskus. Bei einer Entzündung im Gelenk ist von einer Hyalurontherapie abzuraten.
Autorin: Annette Willenbücher