Dichte und schöne Haare für viele ist das ein ferner Traum, denn im echten Leben werden die Haare der Betroffenen immer dünner und fallen auch noch aus. Vor lauter Verzweiflung und oft auch aus Scham greifen sie in ihrer Not zu allen möglichen Mitteln, die neuen Haarwuchs versprechen. Meist ohne Erfolg die Haare schwinden, der Frust bleibt.
Dass Menschen unter Haarausfall leiden, dieses Problem ist weiter verbreitet, als man denkt. Bis ins hohe Alter sind bundesweit 80 Prozent aller Männer davon betroffen, mehr oder weniger stark. Und auch bei den Frauen leidet jede dritte unter krankhaftem Haarverlust. Fallen die Haare aus, reagieren viele panisch. Schließlich kratzt der Verlust der Haarpracht massiv am Selbstbewusstsein. Die Betroffenen fühlen sich entstellt und fürchten, weniger attraktiv zu sein. Um den Haarausfall zu verhindern, werden Milliarden für Wässerchen und Mittel aller Art ausgegeben. Doch bringen die wirklich was? Die meisten Forscher sind sich einig: Der Großteil des Haarausfalls ist genetisch bedingt.
Simon M. sucht Hilfe bei einem Hautarzt. Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht sieht, der 35-Jährige leidet unter Haarausfall. Die Hautärztin Susanne Greve soll helfen, sie betreibt in Darmstadt eine Praxis, die sich auf Haarausfall spezialisiert hat. Den Hinweis, dass ihm die Haare ausgehen, bekam Simon M. beim Haare schneiden. "Ich bin schon längere Zeit bei dem selben Friseur. Und der hat festgestellt, dass es im Wirbelbereich immer lichter wird und so langsam die Kopfhaut sichtbar wird. Und daraufhin hab ich mir meine Gedanken gemacht."
Vier von fünf Männern betroffen
Um herauszufinden, was der Grund für den Haarausfall ist, macht Susanne Greve bei ihrem Patienten eine Anamnese. Klärt, ob Eltern oder Großeltern an Haarausfall leiden. Dann sucht die Hautärztin den Kopf ihres Patienten nach kahlen Stellen ab. Sie will wissen, wie viele Haare ihm ausfallen. Das ist ein Hinweis, um das Problem einzuordnen: "Grundsätzlich ist krankhaft, wenn dem Patienten 100 - 150 Haare am Tag ausfallen. Da das aber nicht immer der Fall ist, also auch schubweise verlaufen kann, muss man ein bisschen genauer eingrenzen und abklären, ob nicht vielleicht Mangelerscheinungen zugrunde liegen. Wir müssen Blut abnehmen und weitere Diagnostiken machen", erklärt die Hautärztin. Außerdem wird Simon M. an kleinen Stellen des Kopfes rasiert, um den so genannten "Trichoscan" vorzubereiten. Drei Tage sollen die Haarwurzeln mit einer Kamera abgescannt werden, um zu sehen, wie viele Haare überhaupt noch wachsen.
Dr. Dagmar Wenz, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilkunde, Homöopathie, Ernährungs- und Sportmedizin
Information
Literatur zum Thema:
Ruth Knaak "Der "kreisrunde Haarausfall": Eine geglückte Therapie gegen die rätselhafte Krankheit Alopecie"
180 Seiten, 16,50 Euro
ISBN: 978-3850687898
Verlag Ennsthaler GmbH + Co. KG
April 2010
Jenny Latz "Wirksame Hilfe bei Haarausfall: Ursachen erkennen, Lösungen finden"
179 Seiten, 14,95 Euro
ISBN: 978-3830434108
Trias Verlag
August 2007
Toni Brammson "Haare im Stress"
92 Seiten, 34 Euro
ISBN: 139786130108670
Fastbook Publishing
September 2010
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