Im Moment rollt eine Protestwelle durch das soziale Netzwerk Facebook, bei der die Mitglieder des Netzwerks gegen angebliche neue Nutzungsbedingungen widersprechen. Doch bringt das überhaupt was?
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13.11.2012, 17:15 Uhr
"Aufgrund der neuen AGB's in Facebook widerspreche ich hiermit der kommerziellen Nutzung meiner persönlichen Daten (Texte, Fotos, persönliche Bilder, persönliche Daten) gemäß BDSG. Das Copyright meiner Profilbilder liegt ausschließlich bei mir. Die kommerzielle Nutzung bedarf meiner schriftlichen Zustimmung." - so kann man es in diesen Tagen immer und immer wieder in Statusmeldungen bei Facebook lesen. Das Problem ist: Es bringt nichts.
Dieses Bild wird aktuell häufig bei Facebook geteilt.
Auch wenn Facebook in der Vergangenheit immer wieder durch Änderungen seiner Nutzungsbedingungen (zu finden unter https://www.facebook.com/policies) ins Gespräch kam, so sind sie diesmal tatsächlich unschuldig.
Vielmehr ist es scheinbar so, dass ein kleiner Absatz in den Nutzungsbedingungen, den es übrigens schon länger gibt, einigen scheinbar jetzt erst aufgefallen ist. Darin lässt Facebook sich die weltweiten Nutzungsrechte für die Inhalte der Mitglieder einräumen. Sprich: Facebook lässt sich - sehr stark vereinfacht gesagt - genehmigen, ein Foto auch (entsprechende Privatsphäreeinstellungen vorausgesetzt) einem Nutzer in Brasilien auf allen erdenklichen Endgeräten (im Interbrowser, in Smartphone-Apps,...) zeigen zu dürfen und nicht nur in Deutschland.
Umgekehrt heißt es aber auch an einer anderen Stelle: "Du bist Eigentümer aller Inhalte und Informationen, die du auf Facebook postest. Zudem kannst du mithilfe deiner Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen kontrollieren, wie diese ausgetauscht werden." Die Rechte bleiben also beim Ersteller des Inhalts.
Wer auch damit nicht einverstanden ist, sollte allerdings nicht glauben, dass es mit einem Protest-Status-Update getan ist: Ein solcher Widerspruch muss ganz klassisch per Post geschickt werden, auch eine Mail reicht da nicht.
Ob Facebook sich von einem solchen Widerspruch aber beeindrucken lässt, ist fraglich. Wahrscheinlicher dürfte sein, dass Facebook die betroffenen Nutzer einfach ausschließt.
Was allerdings die Protest-Status-Updates angeht: Die kann man sich sparen. Wer nicht mit den Nutzungsbedingungen einverstanden ist, sollte einfach nicht Mitglied werden, bzw. seine Mitgliedschaft kündigen. Sicherer kann man Facebook nicht davon abhalten, die eigenen Daten für irgendetwas zu verwenden.
Sie wollen bei Facebook möglichst sicher unterwegs sein? Mit unserer Checkliste für sichere Facebook-Einstellungen haben Sie Ihre Daten besser im Griff. Zum Beispiel können Sie einstellen, dass bestimmte Informationen von Ihnen nur ausgewählte Freunde erreichen.