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 (Bild:  colourbox.com)
Haut verstecken bringt auch nix.

Gut geschützt

Erste Hilfe für Winterhaut

Spröde Lippen, gerötete Wangen und rissige Hände haben in der kalten Jahreszeit Hochsaison. Pflegeprodukte können die Haut schützen. Aber es gilt: weniger ist mehr.
 

Die Haut: unser größtes Organ

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18.12.2008, 18:50 Uhr
Mit einer Größe von 1,8 Quadratmetern und einem Gewicht von fünf bis zehn Kilogramm ist die Haut unser größtes Organ. Sie umschließt den gesamten Körper und erfüllt eine Vielzahl von Funktionen. Ihre Größe unterstreicht, wie bedeutsam sie ist, allzu oft wird das vergessen. Erst wenn die Haut verletzt oder erkrankt ist, spüren wir sie schmerzhaft. Beispielsweise kann ein kleiner Sonnenbrand schnell eine ganze Urlaubswoche verderben.
Lebenswichtig als Hülle des Körpers ist sie unsere Abgrenzung zur Umwelt. Wenn ein Verbrennungsopfer einen Teil der Haut verloren hat, kann das sehr schnell Gefahr für sein Leben bedeuten.

Wer einmal die zarte Haut eines Babys berührt hat, spürt, wie sensibel und verletzlich diese ist. Erwachsene verlieren dieses Bewusstsein häufig und kümmern sich allenfalls noch um die jederzeit sichtbaren Teile ihrer Haut: das Gesicht und die Hände.

Das komplexe Gebilde Haut ist aus drei Schichten aufgebaut:

  • Die Oberhaut: Ihre Hornzellen schließen den Körper zur Außenwelt ab. Innerhalb von 28 Tagen sterben alle Hornzellen ab und werden ständig von unten neu gebildet.
  • Die Lederhaut: In ein Geflecht unterschiedlich dichter kollagener Bindegewebefasern enden hier die Blutgefäße. Hier liegen auch die Sinneszellen, die Berührung, Druck, Temperatur und Schmerzen wahrnehmen.
  • Die Unterhaut: Dieses Fettgewebe ist wichtig für den Wärmehaushalt des Körpers. Die Haarwurzeln und Talgdrüsen sowie die Schweißdrüsen sind hier verankert. Auch größere Blutgefäße verlaufen hier.


Ebenso bedeutend wie ihre Größe sind die Funktionen der Haut. Diese sind sehr vielfältig, ihre wichtigsten sind:

  • Abgrenzung des Körpers
  • Schutz vor Umwelteinflüssen
  • Regulierung des Wärmehaushaltes
  • Immunabwehr
  • Sinneswahrnehmung: Berührung, Druck, Temperatur, Schmerz und Juckreiz
  • Lichtaufnahme
  • Regulierung des Flüssigkeitshaushaltes
 

Die Probleme des Winters

Draußen eisige Kälte, drinnen warme Heizungsluft, das sind die Extrema, denen wir im Winter ausgesetzt sind. Warme Luft kann viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Wenn also die Außenluft durch die geöffneten Fenster in unsere Wohnräume gelangt, wird sie durch die Heizung erwärmt, dabei nimmt sie alle verfügbare Feuchtigkeit auf. Als erstes merken wir das an unseren Schleimhäuten in Nase und Mund, die unsere Atemluft mit Feuchtigkeit versorgen. Aber auch der Haut wird Wasser entzogen, was wir aber erst bemerken , wenn sie spannt und juckt. Daher sollten Sie in geheizten Räumen immer viel trinken. Am besten ist es, wenn Sie in Ihrer Wohnung Luftbefeuchter verwenden. Es gibt sie in Form von Zimmerbrunnen oder aber die klassischen Keramikbehälter vor der Heizung. Auch eine einfache Schüssel mit Wasser auf der Heizung erfüllt ihren Zweck und schont Ihre Haut.

Periorale Dermatitis
Periorale Dermatitis ist ein typisches Frauenleiden. Meistens sind Frauen im Alter zwischen 16 und 45 Jahren betroffen. Zunächst rötet sich die Haut rund um den Mund und es bilden sich Pusteln und Bläschen. Außerdem können weitere Gesichtpartien betroffen sein: zunächst die Nasenflügel und das Kinn, später auch Wangen, die Augenpartien und die Stirn. Die Haut juckt, brennt oder spannt.

Sind Sie von solch schmerzhaften Pusteln und Bläschen befallen, sollten Sie von einem Dermatologen zunächst abklären lassen, ob eine bakterielle Infektion vorliegt. Diese muss nämlich mit einem geeigneten Antibiotikum behandelt werden. Die eigentliche Ursache muss jedoch ebenso beseitigt werden. Oft hatten die Betroffenen ursprünglich nur trockene Haut. Zur Minderung des Juckreizes sollten keine fetten Salben benutzt werden. Denn diese legen sich wie ein Film auf die Haut und verhindern die Bildung eigener Fette. Kortisonprodukte können zwar kurzfristig helfen und Reizungen mindern, führen aber langfristig auch zur Zerstörung der Oberhaut.

Autorin: Annette Schlüter

Filmbeitrag: Trockene Haut und periorale Dermatitis

Immer schön und gepflegt aussehen, dieses Ideal kann für so manche Frau in einem Teufelskreis enden. Gerade, wer im Beruf perfekt geschminkt sein muss, hat oft Probleme mit der Gesichtshaut. So auch Sabine M. Mit trocken schuppender Haut um den Mund herum fängt es an. Eincremen hilft nur kurzfristig, denn die Haut produziert selber weniger Fett, trocknet also aus. Wenig später zeigen sich auch an den Augenlidern und Nasenflügeln rote Pusteln. Die Haut juckt, brennt und spannt schmerzhaft. Daher greift Sabine M. zu einer milden Kortisonsalbe. Diese lindert die Entzündungen zwar, macht die Haut aber auf Dauer empfindlicher.

Make-up verdeckt zwar die Rötungen, aber durch die hautfremden Inhaltsstoffe reizt die Schminke weiter. Die Haut kann niemals durchatmen. Ursache ist nämlich die Überpflege der Haut. Bekannt auch als Stewardessenakne. Durch das ständige Reinigen, Cremen, Peelen und damit auch ständigem Kontakt mit synthetischen Konservierungs- und Duftstoffen, Alkohol und Fetten wird die hauteigene Schutzschicht zerstört. Die Hornhautbarriere, die Fremdstoffe abhalten soll, wird schlichtweg weggepflegt. So ist der Weg frei für alle unerwünschten Bakterien und Pilze. Der einzige, nicht medikamentöse Weg raus aus dem Teufelskreis ist der gänzliche Verzicht auf alle Reinigungs-, Pflege- und Make-up-Produkte. Die Haut muss selber ihre eigene Schutzschicht wieder aufbauen. Allerdings kann das vier bis zwölf Wochen dauern. Aber Durchhalten lohnt sich.

Autorin: Erika Brettschneider
 
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Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 29.10.2012, 10:54 Uhr
 

Information

Gast im Studio:

Dr. Ulrich Kühne
Hautmedizin Bad Soden

Information

Kontaktadressen:

Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.
Heilsbachstr. 32
53123 Bonn
Tel.: 0228 - 36 79 10
Fax: 0228 - 36 79 190

Deutscher Neurodermitis Bund e. V.
Baumkamp 18
22299 Hamburg
Tel.: 040 - 23 07 44
Fax: 040 - 23 10 08
Selbsthilfegruppe in Hessen:
Treffen jeden 1. Freitag im Monat um 19:30 Uhr im
Evangelischen Gemeindehaus
Korbacher Straße 6
34513 Waldeck-Sachsenhausen
Tel.: 056 34/3 09

Deutscher Psoriasis Bund e.V.
im Gesundheitszentrum St. Pauli
(Port Health Center)
Seewartenstraße 10
20459 Hamburg
Tel.: 040 - 22 33 99 - 0
Fax: 040 - 22 33 99 - 22

Deutscher Psoriasis Bund e.V.
Kontakt Hessen:
Ulrike Rupp (Regionalgruppenleiterin)
Tel.: 0 61 01 / 58 20 86

Schuppenflechte-Selbsthilfegruppe
Alzenau / Aschaffenburg (auch zuständig für Hessen)
Dr. Frank Latzke, beratender Arzt
Tel.: 0 60 23 / 97 02 53
E-Mail: dr.latzke@t-online.de

Allergie-Verein in Europa AVE(auch Psoriasis)
Petersgasse 27
36037 Fulda
AVE-Regionalbüro
Tel.: 06 61 / 7 10 03
Fax: 06 61 / 7 10 19

Mehr zum Thema

Literaturtipps:

Bernd Kardorff: "Gesunde Haut: Ratgeber von A-Z"
Springer, Berlin; 2. Aufl. (2004)
ISBN: 3-540-20565-9
Preis: 16,95 €

Nina Ruge, Dr. Stefan Duve: "Das Geheimnis gesunder und schöner Haut"
Graefe und Unzer Verlag, 1. Aufl. (2008)
ISBN: 3-833-81090-4
Preis: 19,90 €

Reinhard Karl Achenbach: "Der große TRIAS-Ratgeber Haut, Haare, Nägel"
Trias; 4., überarb. Aufl. (2001)
ISBN: 3-89373-602-6
Preis: 19,95 €

Uwe Gieler: "Die Haut als Spiegel der Seele"
Droemer/Knaur (2007)
ISBN: 3-42687-346-X
Preis: 7,95 €
 
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