Parfümiert, unparfümiert, flüssig oder fest, für die Hände, das Geschirr oder die Wäsche: Seife ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Wie funktioniert Seife und was für Unterschiede gibt es?
Schon auf Tontafeln der Sumerer aus dem Jahr 2500 vor Christus findet man Hinweise und Rezepturen für die Herstellung von seifenartigen Lösungen. Der Kasseler Drogist Holger Engelmohr kennt sich bestens mit dem Thema aus: "Seife ist seit einigen tausend Jahren bekannt. Schon die Pharaonen haben seifenähnliche Substanzen als Reinigungsmittel verwendet, indem sie pflanzliche Öle oder tierische Fette mit Asche meist Knochenasche gekocht haben. Heute nimmt man keine Asche mehr sondern Natronlauge, die man mit pflanzlichen Ölen Kokosnussöl oder Olivenöl - oder auch tierischen Fetten wie Schweinefett oder Rindertalg aufkocht." Daraus entstehen zum einem die Seife und auf der anderen Seite Glycerin und Wasser und Salz.
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Gallseife entfernt fetthaltige Flecken
Aber wie funktioniert Seife? Ganz einfach so, dass wir es mit chemischen Ketten zu tun haben. Mit jeweils zwei Enden. Das eine Ende ist wasserliebend, geht also eine Verbindung mit Wasser ein. Die andere Seite kann sich an Fett und Schmutz anbinden. So wird das, was abgewaschen werden soll, eingekreist es bilden sich kleine Kugeln, an deren Außenseite die wasserliebenden Enden der Ketten liegen. Und diese Kugeln können dann mit dem Wasser abgewaschen werden. Bei besonders hartnäckigem Schmutz hilft Gallseife.
Holger Engelmohr: "In der Gallseife ist ein Anteil von 5 bis 15 Prozent an echter Rinder- oder Ochsengalle drin, die als Enzym wirkt, d.h. als fettlösende Substanz. Deshalb kann man sie zum Fleckentfernen verwenden, wenn eiweiß- oder fetthaltige Flecken vorhanden sind." Gallseife gibt es als festes Seifenstück, flüssig oder mittlerweile sogar schon als praktischen Roll-On-Stift.