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Frau mit Sonnenhut (Bild:  colourbox.de)

Stress für die Haut

Was hilft bei Sonnenbrand und Sonnenallergie?

Was hilft bei Sonnenbrand oder Sonnenallergie? Im Volksmund kursieren viele Tipps: Hausmittel wie Quark, Kompressen mit Buttermilch, Essig sollen helfen. Ob das stimmt, hat alles wissen überprüft.
 

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20.06.2012, 21:00 Uhr
Der Dermatologe Dr. Erik Senger hat sich in der Arbeitsgruppe Licht- Hautkrebsprävention des Berufsverbands Deutscher Dermatologen intensiv mit dem Thema Haut und Sonne beschäftigt. Er nimmt die gängigen Empfehlungen für "alles wissen" genauer unter die Lupe.
 

Schützt das Essen von Karotten vor Sonnenbrand?

Karotten enthalten viel Betakarotin. Über einen langen Zeitraum und hoch dosiert eingenommen, kann Betakarotin den Eigenschutz der Haut geringfügig erhöhen, bestätigt Dr. Senger. "Man müsste pro Tag etwa ein Kilo Karotten essen - das schafft kein Mensch", so der Experte. Er empfiehlt stattdessen Karottensaft. Ein Glas davon reiche, um das Betakarotin in der Haut anzureichern: "Das führt dazu, dass sich in der Haut eine Art Pigmentfilm bildet, der vor Sonneneinstrahlung schützt."
 

Kann man sich durch Vorbräunen schützen?

Solarien setzen oft nur auf den schnellen Bräunungseffekt der UV-A Strahlen. UV-B Strahlen kommen dabei zu kurz. Aber gerade sie aktivieren die Bildung des Hautfarbstoffs Melanin und lösen eine Verdickung der Hornschicht aus. Dadurch wird die Haut robuster und braun. Ein natürlicher Selbstschutz. Bis der sich gebildet hat dauert es aber Wochen.

Die UV-A Strahlen dagegen wandeln lediglich das vorhandene Melanin in Pigmente um. So wird die Haut zwar schnell braun, ein Schutz entsteht aber kaum. Der Selbstschutz kann deshalb am besten erhöht werden, wenn man sich natürlichen UV-B und UV-A Strahlen im Freien aussetzt und die Haut ganz langsam und schonend an die Sonne gewöhnt wird.

Dr. Senger rät dennoch ab: "Vorbräunen ist grundsätzlich nicht sinnvoll. Es gibt Ausnahmen, zum Beispiel wenn jemand beruflich als Geologe vom deutschen Winter in die Sahara muss." Aber jemanden, der nur in die Sonne will um braun zu werdenn, rät Dr. Senger vom Vorbräunen ab: "Alles, was an Strahlung zu viel ist, schädigt die Haut. Wir als Hautärzte sehen das an den Lichtschäden in Form von Hautkrebs, aber auch von Pigmentflecken und Faltenbildung."

Besser also man cremt sich mit hohem Lichtschutzfaktor gut ein, lässt die Haut bedeckt und legt sich gar nicht erst in die Sonne.
 

Hilft das Auftragen von Quark bei Sonnenbrand?

Bei Sonnenbrand wird die Haut heiß und tut weh. Sie hat sich entzündet. Eine dicke Schicht Quark auf den Sonnenbrand aufgetragen – das beruhigt die Haut. So lautet jedenfalls die weit verbreitete Meinung.

Dr. Senger ist da skeptisch: "Sonnenbrand tut fürchterlich weh und fühlt sich heiß an. Ich kann mir vorstellen, dass sich Quark dann angenehm auf der Haut anfühlt. Er wird sich aber irgendwann erwärmen und dann muss er wieder weg - und dann ist es oft ein Problem, den Quark auch wieder von der Haut zu bekommen. Besser ist, man nimmt Leinentücher und tränkt sie mit Wasser. Man kann sie auch in ein Eisfach legen, und dann auf die Haut. Dieser kühlende Effekt lindert den Schmerz besser als Quark."
 
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Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 19.05.2014, 12:32 Uhr
 
 
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