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Opa und Oma mit ihren Enkeln (Bild:  colourbox.com)
Endlich Zeit: Die wollen Opa und Oma gern mit den Enkeln verbringen.

Streit zwischen den Generationen

Her mit den Enkeln!

Laut Umfrage hat jeder vierte Deutsche über 60 Jahre keine Enkel. Doch fast alle der Befragten wünschen sich nichts sehnlicher, als endlich ein Enkelkind zu bekommen. Was tun, wenn der eigene Nachwuchs partout nicht will?
 

Mehr Zeit für Enkelkinder

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15.07.2008, 7:20 Uhr
"Wollt ihr nicht endlich Kinder?" Das fragen oft die Eltern ihre erwachsenen Söhne und Töchter. So irgendwann mit 50 oder 60 hat man die eigenen beruflichen Ziele erreicht, die Kinder sind erwachsen, arbeiten längst im eigenen Beruf. Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Enkelkinder. Endlich Großeltern zu werden, das wünschen sich viele. So auch Frederike S., selbst Mutter von zwei erwachsenen Töchtern: "Schon als meine eigenen Kinder zur Welt kamen, habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, Enkel zu haben. Weil ich mir damals schon gewünscht habe, dann mit den Enkeln das in aller Ruhe zu erleben, was ich mit den eigenen Kindern vielleicht aus Zeitgründen nicht schaffen kann."

Bei jedem Familientreffen kommt das Enkelthema auf den Tisch. Tochter Helene erinnert sich noch an die anstrengenden Besuche bei ihren Eltern: "Eine Zeit lang hat die Mama fast schon gedrängelt. Es wurde sehr viel darüber geredet, auch von „Opas“ Seite, wann denn nun endlich die ersten Enkelkinder kommen. Dadurch habe ich mich sehr unter Druck gesetzt gefühlt."
 
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Die Kinder nicht unter Druck setzen

Mit ständigen Bitten oder Drängen erreicht man aber eher das Gegenteil, warnen Familienpsychologen. Dann nämlich gehen die erwachsenen Kinder oft ihren Eltern aus dem Weg, kommen immer seltener zu Besuch. Sinnvoller ist es, wenn Sie in einem ruhigen Gespräch nach den Gründen für die Kinderlosigkeit fragen. Hat Ihre Tochter oder Schwiegertochter beispielsweise eine lange Berufsausbildung hinter sich, ist es verständlich, dass sie erst mal arbeiten und sich im Job beweisen will. Das bestätigt auch Tochter Franziska S.: "Ich glaube schon, dass eine von uns ein Enkelkind zaubern wird. Ganz bestimmt. Ich glaube aber, dass sich das bei uns verzögert. Dass alles vielleicht ein bisschen später abläuft, als man sich das früher gedacht und vorgestellt hätte."
 

Bedenken und Ängste ernst nehmen

Sätze wie "wir haben es auch geschafft" oder "das ergibt sich dann von selbst", sollten Sie unbedingt vermeiden. Denn wie Sie als junge Familie vor 30 Jahren lebten, lässt sich mit dem Leben junger Familien heute nicht mehr vergleichen. Nehmen Sie die Bedenken und Ängste Ihrer Kinder hinsichtlich des Kinderkriegens ernst. Bieten Sie an, bei der Kinderbetreuung auszuhelfen, oder mal kurzfristig finanziell einzuspringen, wenn es in der Familienkasse eng wird. Denn wenn sich die zukünftigen Eltern verstanden und unterstützt fühlen, fällt ihnen die Entscheidung für ein Kind vielleicht leichter.
 

Die Entscheidung akzeptieren

Und sollten Ihre Kinder tatsächlich einfach keinen eigenen Nachwuchs wollen: Vielleicht ist zunächst die Trauer groß, dass sozusagen die Linie der Familie nicht weiter fortgeführt wird. Tatsächlich aber gibt es Schlimmeres. Schließlich sind Ihre Kinder selbst erwachsen und alt genug, das selbst zu entscheiden. Und für Sie hat das auch eine gute Seite: Nutzen Sie die freie Zeit für sich und genießen Sie es.

Falls Sie sich trotzdem Kontakt zu Kindern wünschen: Engagieren Sie sich als Babysitter oder fragen Sie bei Ihren örtlichen Vereinen wie Kirche, AWO oder anderen Organisationen an, ob sie so genannte Patenschaften oder "Leih-Omas und -Opas" vermittelt.

Weitere Informationen zum Thema im Internet unter
www.leihomas-leihopas.de

Informationen von Eva Maria Siefert
 
Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 4.12.2012, 11:30 Uhr
 
 
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