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 (Bild:  picture-alliance/dpa)
Den Gehweg räumen - das ist Arbeit.

Der Schnee muss weg

Mieter-Pflichten im Winter

Wer muss vor Wohnhäusern den Gehweg von Schnee befreien? Und wie oft überhaupt - sobald eine Schneeflocke fällt oder nur einmal am Tag? Reicht die Breite des Schneeschiebers oder muss es gleich der ganze Bürgersteig sein? hr3 hat die Antworten parat.
 

Wer ist für das Räumen und Streuen verantwortlich?

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11.12.2012, 11:15 Uhr
Grundsätzlich ist dafür die Stadt bzw. Gemeinde zuständig. Sie darf aber die Pflicht an die Hausbesitzer weitergeben, was sie in den meisten Fällen auch macht. Der Hausbesitzer wiederum darf die Verpflichtung an seine Mieter weitergeben. Das muss aber ausdrücklich im Mietvertrag vereinbart werden.
 

Was ist, wenn der Verantwortliche gerade keine Zeit hat?

Dann muss er für eine Vertretung sorgen. Urlaub, Krankheit und Job sind keine Gründe dafür, dass Fußgänger vor dem Haus auf vereisten oder verschneiten Wegen Gefährdungen hinnehmen müssen. Ein Schild mit der Aufrschift "Betreten auf eigene Gefahr" bringt da übrigens gar nichts.
 
 
 

Was genau muss geräumt und gestreut werden?

Vor allem der Eingangsbereich des Hauses und die Gehwege davor. Und zwar so, dass zwei Fußgänger aneinander vorbeigehen können, sprich: ein Meter bis ein Meter zwanzig. Wenn es noch andere wichtige Wege gibt - zu den Mülltonnen oder Parkplätzen - reicht ein halb so breiter Streifen aus.
 

Wann muss geräumt und gestreut werden?

Auf jeden Fall nicht rund um die Uhr. Zwischen 7 Uhr und 20 Uhr sollte der Bürgersteig frei sein. An Sonntagen und Feiertagen sogar erst ab 9 Uhr.
 

Und in der Zeit muss rund um die Uhr geräumt und gestreut werden?

Erstmal nur morgens. Tagsüber reicht es, wenn man ab und zu mal schaut, ob noch alles in Ordnung ist. Übrigens: Starker Schneefall oder Eisregen dürfen erst einmal abgewartet werden, bevor man sich um den Weg kümmern muss.
 

Was streue ich denn eigentlich?

Wenn Sie ein netter Mensch sind, streuen Sie kein Salz oder Salz-Gemisch. In manchen Gemeinden ist das sogar ausdrücklich verboten. Besser sind Rollsplit, Granulate und Sand.
 

Was ist mit Schneemassen auf Dächern?

Nur allein mit der Räumung des Gehwegs ist es oft nicht getan. Gefahr droht auch von den Schneemassen auf den Dächern. Genau wie beim Geweg ist der Vermieter in der Pflicht, für Sicherheit zu sorgen. Der Mieter oder Vermieter muss sich nicht in Gefahr begeben und selber aufs Dach klettern. Bei unklarer Lage sollte aber zum Beispiel ein Warnschild oder sogar eine Absperrung gemacht werden, damit niemand durch herabstürzenden Schnee oder Eiszapfen verletzt wird.
 

Und was ist, wenn ich es dann doch mal vergesse?

Wenn keiner hinfällt: nichts. Ansonsten drohen Schadensersatz, Schmerzensgeld oder sogar eine Klage wegen fahrlässiger Körperverletzung. Wichtig ist in dem Zusammenhang eine funktionierende Haftpflichtversicherung.
 
Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 29.12.2014, 8:11 Uhr
 
 
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