hr-online Informationen aus Hessen
ARD.de Hilfe Feedback Die RSS-Angebote des hr Folgen Sie uns auf twitter hr-online bei Facebook
 
Seite: 1/5
 (Bild:  colourbox.com)

Soziale Netzwerke

Bist Du ein Freund?

Facebook, Xing & Co. sind auf dem Vormarsch, das Schreiben persönlicher Mails gerät ins Hintertreffen. Was steckt hinter dem Erfolg dieser Netzwerke? Eine Entdeckungsreise mit Überraschungen.
 

Facebook und studiVZ - ab ins Netz?

Thema in

Sendungslogo
21.10.2009, 8:30 Uhr
Von HR-Online-Redakteur Jan Eggers

Bei mir kommt er Anfang 2008, dieser Moment, als ich begreife, dass ich nicht mehr auf der Höhe der Zeit bin. Ich sitze in einem Internetcafé im australischen Tropenstädchen Airlie Beach. Es ist eng. Man sitzt seinem Nachbarn fast auf dem Schoß und sieht genau, was die anderen Kunden machen. Die Klimaanlage macht mich frösteln.

Ich bin der einzige über 30 im Raum – und: Ich bin der einzige, der wirklich noch seinen E-Mail-Zugang aufruft, oder ein Chatprogramm, oder Nachrichten aus der Heimat. Die jungen Globetrotter um mich herum haben allesamt nur eins auf ihrem Bildschirm: Facebook.

Facebook – das Netz des Netzes, der Star unter den Angeboten im World Wide Web. Anfang 2009 hat der Facebook-Gründer noch gesagt: Wäre Facebook ein Land, wäre es das achtgrößte der Erde. Ein Dreivierteljahr später wird sich die aktive Facebook-Bevölkerung wieder einmal verdoppelt haben – auf über 250 Millionen – das liegt knapp hinter der drittgrößten Nation der Welt, den USA.
 
Einfach für alle. Der neue Rundfunkbeitrag.
Weitere Informationen erhalten Sie [hier].

Die Geschichte der Netzwerke

Fünf Jahre zurück in der Zeit: Anfang 2004 sitzt der Psychologie- und Informatikstudent Mark Zuckerberg mit drei Freunden in seinem Zimmer in einem Wohnheim der US-Elite-Uni Harvard. Zuckerberg und seine Freunde diskutieren viel.

"Wie jeder Student habe ich eine Menge Zeit mit meinen Freunden aus dem Studium verbracht. Und wir haben viel darüber geredet, wie die Welt sich verändert. Aus solchen Uni-Diskussionen ist ja schon eine Menge cooles Zeug entstanden. Wir haben über den großen Trend geredet: immer mehr Informationen", erzählt Zuckerberg dem US-Webmagazin "Business Insider" in einem Interview fünf Jahre später.

Die Studenten ahnen, dass sich allmählich die Balance verschieben wird – weg von dem, was große Medienkonzerne anbieten, hin zu den Nachrichten, die Menschen untereinander austauschen. "Und das hatte ich im Hinterkopf, als ich dieses Programm gebastelt habe, mit dem die 6000 Studenten in Harvard die Verbindung mit ihren Freunden und Familien halten können."
 
Bist Du mein Freund?

Der 19-Jährige orientiert sich mit seiner Schöpfung an College-Jahrbüchern: Jeder bekommt eine Seite, auf der er oder sie sich vorstellen kann. Zugleich kann man aber über diese Seiten Beziehungen herstellen. Ein Mausklick – und man hat einem anderen Facebook-Nutzer die Freundschaft angetragen. Wenn der andere zustimmt, kann man schnell und direkt miteinander Nachrichten austauschen, ohne erst E-Mail-Adressen nachschlagen zu müssen. Außerdem kommt man über die Netz-Freundschaften natürlich mit den Freunden der Freunde in Kontakt.

Ganz neu ist dieses Prinzip nicht. Webseiten wie Friendster oder Myspace versuchen sich schon längst an dieser Mischung aus Internet-Kontaktbörse, Selbstdarstellung und Adressbuch. Und Zuckerberg wird sich später auch gegen Vorwürfe wehren müssen, bei einem ganz ähnlichen Projekt abgekupfert zu haben, das ihn eine Zeit lang als Programmierer beschäftigt.

Unstrittig ist: Facebook ist in Harvard ein Riesenerfolg. Schon bald weiten Zuckerberg und seine Mitgründer ihren Dienst auf andere Elite-Unis aus – und Facebook wächst atemberaubend schnell. Gegen Ende des Jahres sind statt 6000 bereits eine Million Mitglieder angemeldet. Facebook beginnt jetzt, Risikokapital von Investoren aufzusaugen.

Ein Prozess, der den Studenten Zuckerberg bald zum Internet-Millionär macht und 2007 seine Krönung finden wird: Für 240 Millionen Dollar kauft sich Microsoft bei Facebook ein – und bekommt dafür doch nicht einmal zwei Prozent vom Kuchen.
 
Seite:   [1]    2    3    4    5    >>   
Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 12.06.2012, 15:58 Uhr
 
 
hr-online enthält Links zu anderen Internetangeboten. Wir übernehmen keine Verantwortung für Inhalte fremder Webseiten.