hr-online Informationen aus Hessen
ARD.de Hilfe Feedback Die RSS-Angebote des hr Folgen Sie uns auf twitter hr-online bei Facebook
 
Seite: 2/7
 (Bild:  colourbox.de)
 

Woher kommen Rhododendren und welche Standortansprüche stellen sie?

Hauptsächlich kommen Rhododendren in Südostasien, das heißt in China, im Himalaja, in Japan, Korea, aber auch in Nordostasien, Kleinasien, dem Kaukasus und in den Alpen Europas sowie in den Küstenlagen Nordamerikas vor.

Alle Verbreitungsgebiete sind relativ feuchte Standorte, an denen mehr Niederschlag fällt als verdunstet. Rhododendren brauchen daher bestenfalls einen Standort, an denen hohe Luftfeuchtigkeit herrscht oder einen immer gut gegossenen Boden. Der Boden, in dem man sie pflanzt, sollte möglichst sauer sein. Sie gedeihen bei einem pH-Wert von bis zu 6,0; also nicht in kalkhaltigen Böden. Seine vielen feinen Wurzeln liegen dicht unter der Erdoberfläche. Diese sollte daher neben dem gewünschten Säuregrad vor allem locker, wasser- und luftdurchlässig, humos und stets frisch sein. Staunässe vertragen Rhododendren überhaupt nicht.

Das bedeutet für viele Gartenbesitzer zunächst einmal ein wenig Vorbereitungszeit, bis man die exotischen Bewohner in seinen Garten einziehen lassen kann.

Was ansonsten den Standort angeht, sollte der Rhododendron nicht in praller Sonne stehen. Die Feuchtigkeit, die er braucht, verdunstet sonst zu schnell. Ein reiner Schattenplatz lässt den Rhododendron allerdings auch nur kümmerlich wachsen. Bäume, die keine flachen Wurzeln haben, schützen ihn ausreichend vor starker Sonne und Wind. Die Äste des Rhododendrons brechen nämlich leicht. An offenen, ungeschützten Plätzen kann man den Windschutz, der für die meisten Rhododendren-Sorten wichtig ist, auch durch eine Hecke oder größere Begleitpflanzen schaffen.
 

Wie verbessert man den Boden für Rhododendren?

Zunächst sollte man überprüfen, mit welcher Bodenqualität man es zu tun hat. Das geht z.B. über einen Schnelltest, in dem man die Erde zwischen Daumen und Zeigefinger reibt. Dabei lassen sich die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten bereits gut ausmachen. Oder aber Sie messen den PH-Wert.

Sandiger Boden fällt beim Reiben auseinander und knirscht. Er ist sehr durchlässig, allerdings recht nährstoffarm und trocknet schnell aus. Dies lässt sich aber leicht ausbessern durch die Zugabe von organischen Mitteln wie Torf, Komposterde oder Rindenkompost. Außerdem hilft eine Mulchschicht aus Rindenkompost zusätzlich im Wurzelbereich, das Vertrocknen der Erde zu verhindern. Diese kann aber der Erde Stickstoff entziehen und binden, was durch zusätzliche Stickstoffgaben vor dem Auftragen der Mulchschicht ausgeglichen werden sollte.

Lehmiger Sand knirscht ebenfalls, zerbröselt aber nicht und lässt sich formen. Er ist bei sandigem Unterboden bei einem pH-Wert von bis zu 6,0 gut für Rhododendren geeignet. Weil Rhododendren humose Böden lieben, kann man etwas organisches Material wie Kompost als zusätzlichen Nährstoffspender einarbeiten.
 
Lehmboden ist zäher, knirscht kaum und lässt sich gut formen und biegen. Hier wird es für die feinen Wurzeln des Rhododendrons schon schwieriger, sich zu entwickeln und auszubreiten. Auch das Wasser fließt nicht mehr ohne weiteres ab und es besteht die Gefahr von Staunässe. Man kann hier noch versuchen, den Boden durch Sand- und Nährstoffgaben zu verbessern, allerdings kann es sein, dass dieser Boden bereits zu alkalisch reagiert, also zu kalkhaltig ist. Je schwerer der Boden, desto schwieriger die Möglichkeiten der Aufbesserung. Vor allem toniger Lehmboden und Tonböden sind fest und biegsam, glänzen leicht bis stark und kleben ein wenig. Hier ist oft nur mit einem Bodenaustausch eine Rhododendrenkultur möglich.

Vorsicht bei dem Einsatz von Kompost, der Küchenabfälle enthält! Er kann viel Salz beinhalten, was für Rhododendren völlig ungeeignet ist! Öffentliche Biokomposte oder Grünkomposte können besser geeignet sein, jedoch kann man sich hier auch noch einmal nach dem Salzgehalt erkundigen.

Generell ist für alle Böden vor der Pflanzung von Rhododendren eine Auflockerung und Nährstoffgabe in Form von Gründüngung sinnvoll. Diese schafft genau die Voraussetzungen, die die Pflanzen für ein gesundes Wachstum brauchen. Die Saaten sind im Fachhandel erhältlich und werden am besten im Frühherbst gesät.
 
Seite:   <<    1    [2]    3    4    5    6    7    >>   
Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 23.01.2013, 12:32 Uhr
 

Hintergrund

Zu Gast in der Sendung:

Immo Herbst, Gartenbau-Techniker und -Meister
Andrea Maisch, Deko-Expertin

Information

Literatur zum Thema:

Andreas Bärtels "Das große Buch der Rhododendren und Azaleen"
173 Seiten, 49,90 Euro
ISBN: 978-3-8001-4806-6
Ulmer Verlag
August 2006

Katharina Adams "Rhododendren"
96 Seiten, 7,95 Euro
ISBN: 3-8354-0072-X
blv
Juli 2006

Rainer Härig "Rhododendron und Azaleen"
112 Seiten, 14,90 Euro
ISBN: 103-8001-4683-5
Ulmer Eugen Verlag
April 2004
 
hr-online enthält Links zu anderen Internetangeboten. Wir übernehmen keine Verantwortung für Inhalte fremder Webseiten.
SZM-Daten dieser Seite