Woran erkenne ich gutes Olivenöl?
Ob ein Olivenöl so richtig gut wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nicht nur die Bäume müssen gut gepflegt und die Früchte mit Umsicht behandelt werden. Auch der Erntezeitpunkt muss stimmen, denn zu reife Oliven haben zu viel Säure. Außerdem ist eine zügige Verarbeitung wichtig, damit die Oliven nicht schon zu gären beginnen, bevor sie verarbeitet werden. Das beste Olivenöl ist kalt gepresst und von der europäischen Union als "natives Olivenöl extra" gekennzeichnet, in Italien heißt es olio di oliva extravergine.
Ein Öl mit dieser Bezeichnung darf einen Säuregehalt von höchstens 0,8 Gramm je 100 Gramm haben, "natives Olivenöl" nicht mehr als 2 Gramm Säure je 100 Gramm enthalten. Je weniger Säure das Öl enthält, desto besser schmeckt es. Ist der Säuregehalt höher als 2 Gramm, muss das Olivenöl raffiniert (erhitzt und gereinigt) werden. Dann enthält es weniger gesunde Inhaltsstoffe als "natives Olivenöl extra" und "natives Olivenöl" und kommt mit der schlichten Bezeichnung "Olivenöl" in den Handel.
Doch auch die Herkunft entscheidet über den Geschmack des Öls. Wer sicher sein will, dass das gekaufte Öl auch bestimmt aus Sabina stammt, muss das Etikett genau lesen: "Abgefüllt in Italien" sagt gar nichts über den Ursprung der Oliven aus. Sie können auch aus Spanien stammen, so lange das Öl nur in Italien in die Flasche findet. "Produziert und abgefüllt" ist zwar schon besser, aber immer noch nicht genug. Die Region muss mit auf der Flasche stehen und eventuell sogar DOP (geschützte Herkunftsbezeichnung) oder DOC (kontrollierte Herkunftsbezeichnung).
Grundsätzlich enthält Olivenöl mit 74 % von allen Ölen den höchsten Anteil an gesunden einfach ungesättigten Fettsäuren. Deswegen schützt es sehr effektiv vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und hält zuverlässig den Blutzuckerspiegel konstant. Gleichzeitig enthält Olivenöl aber nur wenige essentielle Fettsäuren, die für unsere Zellen und Hormone wichtig sind. Deswegen sollten Sie es nicht ausschließlich verwenden, sondern in der Küche mit Rapsöl oder Weizenkeimöl ergänzen.