Die dornig, niedrig wachsenden Sträucher findet man rund ums ganze Mittelmeer. Aber deren Knospen, die Kapern, werden vor allem auf den Inseln rund um Sizilien mit großer Sorgfalt geerntet und konserviert. Das Besondere: Sie werden nicht in Salzlake oder Essig eingelegt, sondern sie reifen in trockenem Meersalz. Der Grund: Das typische Aroma der Kapern stammt von Senfölen, die sich aber erst bei der Reifung durch die Wirkung eines knospeneigenen Enzyms bilden. Der Reifevorgang mit Salz ist zwar am aufwändigsten, hat aber den großen Vorteil, dass dabei der Eigengeschmack am besten zur Geltung kommt und nicht durch andere Aromen - wie beim Einlegen in Essig - überdeckt wird.
Da die eingesalzenen Kapern vor allem als Würze dienen, brauchen sie nur kurz in einem Sieb abgespült werden, bis die Salzkristalle entfernt sind. Vor allem die winzig kleinen Kapern von den sizilianischen Inseln sind so mild, dass sie kein längeres Wässern benötigen. Und sie sollten nicht zu lange mitgaren, sonst verfliegt am Schluss noch ihr feiner Duft. In früheren Zeiten galten Kapern als Aphrodisiakum. Heute ist wissenschaftlich belegt, dass die enthaltenen Flavonoide (Pflanzenfarbstoffe) entzündungshemmend wirken und Durchblutungsstörungen vorbeugen.