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Kirschen (Bild:  colourbox.de)

Süße Sommerfrucht

Rund um die Kirsche

Kirschen haben jetzt Hochsaison! service: trends erklärt, wie man Kirschen am besten zubereitet, welche Mythen um die Frucht Sie getrost vergessen können und welche Kirschrezepte besonders lecker sind.
 

Wo kommen die Kirschen her?

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4.07.2012, 18:50 Uhr
Wilde Kirschen waren schon immer heiß begehrt. Bereits die Steinzeitmenschen haben die Früchte gesammelt und gegessen. Archäologen entdeckten bei Ausgrabungen versteinerte Kerne in den Höhlen unserer Vorfahren. Die veredelte Süßkirsche - die erste gezüchtete Kirsche - verdanken wir dem Urahn des Gourmets, dem römischen Feldherrn Lucius Lucullus. Seine militärischen Errungenschaften sind längst vergessen, nicht aber seine Kriegsbeute. Er entdeckte die edle süße Kirsche 62 v. Chr. und brachte die ersten Kirschenbäumchen nach Rom. Sie hatten auf seinem Triumphwagen einen bevorzugten Platz.

Die seiner Meinung nach kostbarste Kriegsbeute verbreiteten die Römer zuerst im Norden der Alpen, wo die Germanen die Kirschenkulturen weiterpflegten, dann in ganz Mitteleuropa. Der Name der Frucht stammt vom iranisch-kurdischen "keras" ab, wurde römisch zu "cerasus" und später althochdeutsch zu "kirsa".

Wer glaubt, heutzutage sei es schwierig mit den Chefs, der sollte mal lesen, was Luther über die hohen Herren schreibt: "Es ist mit herrn nicht gut kirschen essen, sie werfen einen mit den stielen." Was das über die Kirsche sagt? Nun: Man aß sie früher wie heute gemeinschaftlich, in der Regel aus einer großen Schüssel - und nicht auf separaten Tellern.
 

Wie viele Sorten Kirschen gibt es?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Süß- und Sauerkirschen. Der einzige Unterschied zwischen den beiden Sorten ist, dass Sauerkirschen einen höheren Fruchtsäuregehalt haben und wie der Name schon sagt, sauer schmecken.

Es gibt rund 500 Sorten Süßkirschen und 250 Sorten Sauerkirschen, die wiederum unterteilt sind: Herzkirschen (weich, rot bis schwarz) und Knorpelkirschen (fest, heller) sind Süßkirschen und zum Rohverzehr wie gemacht - wohingegen Sauerkirschen am besten gekocht, gebacken oder eingemacht werden.

Eine der bekanntesten Sauerkirschen ist die Schattenmorelle. Das Wort Schattenmorelle hat aber nichts mit dem Wort Schatten zu tun. Der Name leitet sich aus einer Verballhornung des Château de Moreille in der westfranzösischen Region Poitou-Charentes ab, wo diese Sorte gezüchtet wurde. Aus Château de Moreille wurden so Schattenmorellen.

Ganz einfach eigentlich, gäbe es nicht noch "Bastardkirschen", Kreuzungen zwischen Süß- und Sauerkirschen. Für die Sortenbestimmung sind nebst gewissen Baumeigenschaften vor allem die Frucht und der Stein entscheidend. Für eine sichere Bestimmung benötigt man 20 - 30 voll entwickelte reife Früchte. Mit Ausnahme der Gliederung in Süß- und Sauerkirschen - hier ist eine deutliche Abgrenzung möglich - sind die Übergänge in den meisten Fällen fließend.

Die Rezepte aus der Sendung finden Sie hier zum Ausdrucken als PDF.
 
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Redaktion: anfi
Letzte Aktualisierung: 16.08.2013, 8:19 Uhr
 

Hintergrund

Zu Gast im Studio:

Michael Beck, Koch
Dr. Stephan Lück, Ernährungswissenschaftler
 
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