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17.12.2012

OFC-Krise vor Pokalspiel

"Wer nicht gewinnt, wird rausgeekelt"

OFC-Trainer Arie van Lent (Bild:  Rhode/Storch)
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OFC-Trainer Arie van Lent
Die Diskussion um Trainer Arie Van Lent überschattet bei den Offenbacher Kickers das Pokalspiel am Dienstag gegen Fortuna Düsseldorf. Während der Coach noch die Sensation wittert, braut sich hinter seinem Rücken einiges zusammen.
 
Von Steffen Rebhahn, hr-online

Arie van Lent versuchte am Montag gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Gewohnt freundlich und lächelnd stand der Trainer des Fußball-Drittligisten Kickers Offenbach einen Tag vor dem Heimspiel im DFB-Pokal-Achtelfinale am Dienstag (20.30 Uhr) gegen Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf den Journalisten im Presseraum des Sparda-Bank-Hessen-Stadions Rede und Antwort. Ein gewisses Frustpotenzial war dennoch kaum zu überhören: "Noch bin ich da und will das Pokalspiel gewinnen", sagte van Lent trotzig. Nach den Überraschungen gegen Union Berlin (2:0) und die SpVgg Greuther Fürth (2:0) soll der dritte Coup folgen.
 

Siegen oder fliegen?

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Alle Mann an Bord

Die Kickers können im Pokalspiel gegen Düsseldorf personell aus dem Vollen schöpfen. Für den zuletzt schwächelnden Maximilian Ahlschwede dürfte Marcel Stadel als rechter Außenverteidiger auflaufen.
Von einem persönlichen Schicksalsspiel wollte der Coach zwar nicht sprechen. Die Diskussion um seinen Arbeitsplatz ist am 42-Jährigen aber freilich nicht spurlos vorübergegangen. Spätestens seit der 1:5-Heimpleite am vergangenen Samstag gegen den VfL Osnabrück und dem endgültigen Abrutschen ins Tabellenmittelfeld rumort es hinter den Kulissen des Traditionsclubs ganz gewaltig. Allen voran Präsident Frank Ruhl, der direkt nach der Schlappe auf Tauchstation gegangen war, rief nun ausgerechnet das ungleiche Pokalduell zum ultimativen Gradmesser aus: "Wir warten das Spiel ab und werden dann schauen, was wir verbessern können", erklärte Ruhl der "Offenbach Post".

Siegen oder fliegen? Van Lent kennt die üblichen Mechanismen des Geschäfts. "Wenn du von sechs Spielen fünf verlierst, musst du immer damit rechnen", sagte der gebürtige Niederländer. Galt die Vertragsverlängerung des Fußball-Lehrers vor einigen Wochen noch als reine Formsache, ist das in ihn gesetzte Vertrauen längst rapide geschwunden. Die neu installierte Vereinsführung um Ruhl und Sportdirektor Oliver Roth hat das Zepter übernommen und lässt die Muskeln spielen. Von einer geplanten Krisensitzung im Anschluss an das Düsseldorf-Spiel wurde van Lent ebenso wenig in Kenntnis gesetzt wie von einem Rapporttermin von Kapitän Sead Mehic am Montagvormittag in der Vorstandsetage. "Mit mir hat keiner gesprochen. Aber wer nicht gewinnt, wird rausgeekelt", schlussfolgerte der Coach.
 

Ein besonderes Pflaster

Ob der sportlich wie finanziell so wichtige Einzug ins Pokal-Viertelfinale den Kopf des Trainers überhaupt noch retten kann, ist fraglich. Die Talfahrt in der Liga wiegt bei den Verantwortlichen schwer, jüngste Unmutsbekundungen der Fans trugen ihr Übriges bei. "Offenbach ist immer ein besonderes Pflaster. Wenn man glaubt, dass alles schlecht ist, wenn man nicht aufsteigt, halte ich den Mund", erklärte van Lent frustriert, "entschuldigen muss ich mich nicht."

Anderthalb Jahre ist der Ex-Stürmer nun schon auf dem Bieberer Berg in Amt und Würden. Sein womöglich letzter Auftritt am Dienstag gegen Düsseldorf soll ein ganz besonderer werden. "Wir haben eine kleine Chance zu einer großen Sensation", sagte der Trainer. 18.400 Zuschauer haben Tickets erworben, die Tageskassen bleiben geschlossen. Ein Weiterkommen würde dem mit rund 4,7 Millionen Euro verschuldeten OFC allein an Fernsehgeldern garantierte Einnahmen von 820.000 Euro bescheren. "Ich freue mich riesig", erklärte van Lent - und ergänzte vielsagend: "Was übermorgen passiert, ist mir völlig wurscht."
 
Redaktion: stre / phsc
Bild: © Rhode/Storch
Letzte Aktualisierung: 17.12.2012, 19:05 Uhr
 
 

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