Chadli Amri will auch in der kommenden Saison beim FSV zaubern.
Derzeit schuftet Chadli Amri nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch für sein Comeback. Der Algerier hat dafür auch klare Vorstellungen: Trotz Vertrags in Kaiserslautern will er dem FSV Frankfurt die Treue halten.
Gerade einmal 287 Minuten konnte Chadli Amri in der abgelaufenen Saison seine Stärke beim Fußball-Zweitligisten FSV Frankfurt unter Beweis stellen, ehe er sich im Heimspiel gegen den Karlsruher SC im Februar einen Schien- und Wadenbeinbruch zuzog. Diese 287 Minuten reichten dem Algerier aber aus, um am Bornheimer Hang einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen, weswegen FSV-Trainer Benno Möhlmann ihn am liebsten weiterverpflichten würde.
Der offensive Mittelfeldspieler, in der Rückserie aus Kaiserslautern ausgeliehen, hat bei den Pfälzern noch einen Vertrag bis 2013. Doch nachdem FCK-Chef Stefan Kuntz ursprünglich auf eine Rückkehr des Rekonvaleszenten beharrt hatte, steht nun doch eine Wendung bevor. "Wir führen zurzeit Gespräche mit Kaiserslautern. Es könnte sein, dass Chadli in Frankfurt bleibt", sagte sein Berater Rainer Derber am Samstag auf Nachfrage von hr-online. Eine zuletzt angedachte Vertragsauflösung käme für den FCK zwar nicht infrage. "Wir arbeiten aber an einer fairen Lösung", sagte Derber. Das könnte etwa eine Ablösesumme sein, die an Einsätze des Spielers gekoppelt ist.
"Möchte in Frankfurt bleiben"
Amri wird nach seinem Zusammenprall mit KSC-Torhüter Dirk Orlishausen abtransportiert.
Amri selbst lässt derweil keine Zweifel daran, wo er seine Zukunft sieht. "Ich möchte gerne in Frankfurt bleiben", sagte er im Gespräch mit hr-online. Von Möhlmann spüre er das Vertrauen, das er brauche, um nach seiner Verletzung schnell wieder Fuß zu fassen. Zudem sei es unsicher, wie der neue "Teufel"-Trainer Franco Foda für die neue Saison plane. Die Chancen auf einen Verbleib bezifferte Amri auf 50 Prozent.
Die wenigen Monate beim FSV seien eine "schöne Zeit" gewesen, sagte Amri. Gemeinsam mit dem ebenfalls aus Kaiserslautern ausgeliehenen Ilian Micanski habe er es sich zur Aufgabe gemacht, "der Mannschaft im Abstiegskampf zu helfen" und durch gute Leistungen auch wieder mehr Selbstvertrauen gefasst, nachdem es zuvor bei den "Roten Teufeln" nicht optimal gelaufen war. Unter der Woche stattete der Algerier seinen ehemaligen Kollegen beim FSV einen Überraschungsbesuch auf dem Trainingsplatz ab. "Ich komme gerne meine Freunde besuchen. Und der Platz lag auf meinem Weg zur Reha", so Amri.
Langwierige Reha
Information
Was einen möglichen Verbleib Amris in Frankfurt betrifft, schlug man beim FSV zuletzt weniger optimistische Töne an. "Das Thema stellt sich für uns nicht", beteuerte Sportvorstand Uwe Stöver noch am Freitag mit Verweis auf Aussagen von FCK-Manager Stefan Kuntz, Amri werde auf jeden Fall in die Pfalz zurückkehren.
Dem Offensivmann bieten sich auch in den kommenden Tagen und Wochen einige Möglichkeiten, die FSV-Profis zu besuchen. Denn Amri schuftet täglich in der Reha für sein Comeback mindestens zwei Stunden pro Termin. "Es wird langsam besser", meinte der Ex-Nationalspieler. Rund zwei Monate werde es aber noch dauern, bis überhaupt an leichtes Training zu denken sei. Hadern will er deswegen aber nicht. "So ist das Leben, das muss man akzeptieren."
Akzeptieren würde er es auch, wenn Kaiserslautern und der FSV sich nicht einigen würden und er zurück in die Pfalz müsste. "Damit hätte ich auch keine Probleme. Ich habe auch viele Freunde in Kaiserslautern." Beim FSV hat man nach dem feststehenden Abgang Micanskis und dem drohenden Verlust Amris bereits vorgesorgt: Mit Mathew Leckie (Borussia Mönchengladbach) und Edmond Kapllani (FC Augsburg) wurden zwei Stürmer verpflichtet. Amri kennt beide zwar nicht persönlich, ist sich aber sicher, dass sie von den "guten Jungs" in Frankfurt herzlich aufgenommen werden.
"Lauf fortsetzen"
Der 27-Jährige hofft, dass die Hessen "an ihren Lauf aus der Rückrunde anknüpfen können". Auch wenn sich zur neuen Saison einiges ändern könne, wünscht er den FSV-Akteuren, dass "sie genauso weitermachen und kämpfen" geht es nach Amri, wird bis dahin aus dem "sie" wieder ein "wir".