Der verletzte Tony Martin (r.) im Ziel mit Teamarzt Helge Riepenhof.
Nach seinem schweren Sturz auf der 1. Etappe der Tour de France will Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin aus Eschborn weitermachen. Doch ob das wirklich geht, ist noch nicht entschieden.
Kurz vor dem Start zur 2. Etappe am Montag wollen der Eschborner Radprofi Tony Martin und sein Team Omega Pharma-Quickstep entscheiden, ob der 27-Jährige die Tour de France fortsetzt. "Ich bin Optimist. Aber das sieht nicht ganz so gut aus", hatte Teamarzt Helge Riepenhof unmittelbar nach dem Ende der 1. Etappe gesagt. Doch auch nach einem Termin im Krankenhaus in Lüttich war noch unklar, ob Martin aussteigen muss oder nicht. Die offene Frage lautet: Ist sein Handgelenk gebrochen oder nicht?
Bei Kilometer elf war Martin schwer gestürzt und hatte sich unter Schmerzen bis ins Ziel gekämpft. Als 33. wurde er sogar noch bester Deutscher. Dann ging es sofort ins Krankenhaus. Weil die Untersuchung keine Klarheit brachte, wurde die Entscheidung vertagt. Martin klagte nach dem Sturz über Schmerzen an Handgelenk und Schulter - außerdem mussten Schürfwunden versorgt werden. Sorgen bereitete ihm aber vor allem das Handgelenk. "Ich hoffe nur, dass es eine schwere Prellung ist", sagte der Radprofi. Denn bei einem Bruch wäre die Tour de France für den Eschborner beendet, bevor sie so recht begonnen hat.
Ungünstiger Stern
"Ich hatte bei jedem Schlagloch Schmerzen" berichtete Martin, nachdem er sich tapfer im Hauptfeld ins Ziel gerettet hatte. Sieger nach 198 Kilometern, die von Lüttich nach Seraing führten, wurde der Slowake Peter Sagan.
Bereits der Prolog am Samstag hatte für Martin unter einem ungünstigen Stern gestanden. Bei dem Zeitfahren sprang wegen eines geplatzten Reifens statt des angestrebten Gelben Trikots nur ein völlig enttäuschender 45. Platz heraus. Nach dem Plattfuß hat Martin alle Hoffnungen auf das Zeitfahren der 9. Etappe in Besancon gesetzt. Dort will er sich für die Auftaktpleite revanchieren und seinen insgesamt zweiten Tagessieg bei der Tour feiern.
Nur noch vier Wochen bis London
Jetzt muss der Radprofi nicht nur um die Fortsetzung der Tour bangen, sondern auch um seinen Start bei den Olympischen Spielen Ende Juli in London. Die Spiele sollen neben der Tour der zweite große Höhepunkte der Saison sein.