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Polizeibeamte halten im Bremer Steintorviertel über 200 Eintracht-Fans für mehrere Stunden fest. (Bild: René Kirsten/SGE4ever)
Polizeibeamte halten im Bremer Steintorviertel über 200 Eintracht-Fans für mehrere Stunden fest.
30.11.2008

Festnahmen in Bremen

"So kann man mit Fans nicht umgehen"

Weil sie in der Bremer Innenstadt randaliert haben sollen, sind 234 Anhänger der Frankfurter Eintracht vor dem Spiel gegen Werder festgenommen worden. Fan-Vertreter bezeichneten die Maßnahme als stark überzogen.
 

Für mehr als 230 Eintracht-Anhänger hat sich die Reise nach Bremen nicht nur wegen der 0:5-Pleite ihrer Mannschaft nicht gelohnt. Sie wurden bereits vor der Partie in der Hansestadt von der Polizei in Gewahrsam genommen und für mehr als neun Stunden festgehalten. In Fan-Kreisen sorgte die Aktion der Polizei auch am Sonntag noch für großes Unverständnis.

Ein Sprecher der Bremer Polizei erklärte gegenüber hr-online, mit der langen "Gewahrsamnahme" habe man Auseinandersetzungen zwischen Fans beider Mannschaften verhindern wollen. Es habe Verabredungen zu Schlägereien mit Werder-Fans gegeben. Nachdem Eintracht-Anhänger Flaschen geworfen und Feuerwerkskörper gezündet hätten, habe der Einsatzleiter entschieden, die Fans in "Verhinderungsgewahrsam" zu nehmen. Es habe auch Beleidigungen gegenüber Beamten gegeben und es sei zu Rempeleien gekommen, so der Sprecher am Sonntag. 20 Messer, Reizgas sowie pyrotechnische Gegenstände wurden nach Polizeiangaben sichergestellt.
 

"Kein Fingerspitzengefühl, kein Augenmaß"

Fan-Vertreter aus Frankfurt halten die Polizeiaktion für stark überzogen. Stephan von Ploetz, Leiter des Frankfurter Fanprojekts, schilderte die Vorfälle gegenüber hr-online so: Die Ultras-Fans seien in der Nacht mit Bussen angereist und am Morgen friedlich durch das Bremer Steintorviertel gezogen. Dabei seien Schlachtrufe gerufen und ein einziger Böller gezündet worden, erklärte von Ploetz, der selbst vor Ort war. Auseinandersetzungen oder Gewalt habe es nicht gegeben.

Die Polizisten hätten die Eintracht-Fans schließlich auf der Straße eingekesselt und dort für rund drei Stunden festgehalten, so von Ploetz weiter. Danach seien die Fans auf Polizeistationen transportiert und dort bis zum Abend in Zellen untergebracht worden. Mit massiver Polizeibegleitung wurden die Fans schließlich über die Autobahn zurück nach Frankfurt begleitet. Die Busse hätten nicht einmal auf Raststätten Halt machen dürfen. Die Eintracht-Anhänger hätten sich während der Polizeimaßnahmen erstaunlich ruhig verhalten, beteuerte Fanbetreuer von Ploetz.

Der Sozialarbeiter kritisierte vor allem, dass die Polizei zu keinerlei Dialog bereit gewesen sei. Die Beamten hätten sich von Anfang an auf eine längere Gewahrsamnahme festgelegt und den Fans keine Chance gegeben, sich zu erklären. Deeskalierende Maßnahmen seien zu keiner Zeit in Betracht gezogen worden. Die Polizei habe ohne "Fingerspitzengefühl und ohne Augenmaß" gehandelt, so von Ploetz, der abschließend feststellte: "So kann man mit Fans nicht umgehen."
 

Ausschreitungen auch im Stadion

Auch während des Spiels kam es zu Ausschreitungen zwischen Eintracht-Anhängern und der Polizei. Zahlreiche Fans, die sich mit den Festgenommenen solidarisch erklären wollten, wurden daran gehindert, das Stadion zu verlassen. Sie seien von der Polizei unter massivem Einsatz von Pfefferspray zurück in den Block gedrängt worden, erklärte ein Fanbetreuer gegenüber hr-online. Dabei sei es auch zu Handgreiflichkeiten zwischen beiden Parteien gekommen.
 
Redaktion: kahu / safl

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Dan Reason am 02.12.2008 00:54
Überraschen tut mich die ganze Sache nicht. Die Polizei verfolgt schon seit Jahren die Taktik durch geplante Exempel unliebsames Verhalten zu ... [+]
thorsten am 01.12.2008 22:27
Es ist erschreckend, was hier am Rande eines Fußballspiels mal wieder passiert. Mir selbst ist das letzte Saison in Nürnberg widerfahren... [+]
96er am 01.12.2008 21:47
Ich selber bin weder Frankfurter noch Anhänger der Eintracht. Jedoch bin ich schockiert, was da los war. Ich selber habe schon die Bremer &quo... [+]
Ffmler am 01.12.2008 21:28
zu @C.Wolf

1).Schön alle in ein Topf schmeissen
2).Die sogenannten Chaoten fahren seit X Jahren der Eintracht hinterher ... [+]
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