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12.09.2011

Eintracht-Neuzugang Friend

"Ich bin kein Messi"

Rob Friend (Bild:  Rhode/Storch)
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Rob Friend
Durchsetzungsfähig im Strafraum, reflektiert im Gespräch: Eintracht-Neuzugang Rob Friend ist ein Stürmer mit Köpfchen. In Frankfurt muss man nur aufpassen, dass er seinen Kopf vor allem zum Tore schießen gebraucht.
 

Audio: Friend: "Ich lese keine Zeitungen" 23 Sek
(© hr, 13.09.2011)
In der Anfangsphase seines ersten Spieles für die Frankfurter Eintracht verstand Rob Friend die Welt nicht mehr. Der baumlange Stürmer war zum hessischen Zweitligisten gewechselt, um den direkten Wiederaufstieg zu schaffen. Doch gegen Energie Cottbus präsentierte sich sein neuer Club lange Zeit eher wie ein Absteiger. "Nach den ersten 20 Minuten dachte ich mir 'ohoh'", gab der Kanadier am Montag im "heimspiel!" des hr-fernsehens zu.

Zweikampf- und laufschwach schauten die Frankfurter den Lausitzern hinterher, gerieten zu Recht in Rückstand und wurden phasenweise vorgeführt. Auch Neuzugang Friend war keine Ausnahme: 25 Ballkontakte, nur 43 Prozent gewonnene Zweikämpfe und ein Torschuss. Die dürftige Statistik des Kanadiers erinnerte erschreckend an den oft für seine Teilnahmslosigkeit gerügten Theofanis Gekas.
 

"Diese Flanken haben wir geübt"

Doch Zahlen sagen nicht alles – das gilt speziell für Rob Friend und dieses Spiel. Mit einem tollen Kopfball nach einem Freistoß von Benjamin Köhler ("Den kann man ja nicht übersehen") erzielte der Stürmer den Anschlusstreffer zum 1:2. Mit nur einer Aktion hauchte der 30-Jährige seinem neuen Team Leben ein. "Diese Flanken haben wir im Training viel geübt", erklärte Friend. "Ich bin kein Messi, ich brauche Flanken. Wenn ich den Ball bekomme, mache ich auch ein Tor."

Genau für solche Aktionen haben die Eintracht-Verantwortlichen Friend geholt. Sie brauchten einen Stoßstürmer, um die Abwehrbollwerke der oft defensiv gegen den Favoriten aus Frankfurt auflaufenden Gegner zu durchbrechen. Mit 1,95 Metern und 94 Kilogramm bringt Friend die richtigen Maße für diese Aufgabe mit. Dazu kommt ein exzellentes Timing beim Kopfball.
 

Fehlende Leichtigkeit in Berlin

Stoßstürmer mit gutem Timing, Tor im ersten Spiel – also alles bestens, oder? Ein Blick in die Vergangenheit mahnt zur Vorsicht. Denn Friend sollte bereits vor einem Jahr in einer ganz ähnlichen Situation zum Heilsbringer für einen Absteiger werden. Bei Hertha BSC Berlin wurde der Kanadier als "Königstransfer" gefeiert. Doch nach einem starken Start mit vier Toren in sechs Spielen traf der zweifache Familienvater nicht mehr – und landete schlussendlich auf der Bank.

Der "sensible Angreifer" scheine etwas zu "fremdeln", urteilte die Presse in der Bundeshauptstadt damals. Für Hertha-Coach Markus Babbel fehlte die Leichtigkeit. "Rob trainiert und spielt engagiert, aber am Ende kommt zu wenig dabei heraus. Er macht sich selbst zu viel Druck." Ein ehemaliger Eintracht-Coach hätte da wohl von einem "Denkgefängnis" gesprochen.
 

Schlussphase als Motivation

"Ich habe mir letztes Jahr bei Hertha viel Druck gemacht", gibt Friend heute zu. Doch jetzt habe er gelernt: "Ich denke nicht mehr soviel nach, lese keine Zeitungen - seitdem geht es besser."

Mit dem Last-Minute-Wechsel an den Main hofft er nun, die Berliner Gespenster hinter sich gelassen zu haben. Der Kanadier möchte viel lieber an seine glanzvolle Saison 2007/08 erinnern, als ihm in der 2. Liga für Borussia Mönchengladbach 18 Tore und vier Vorlagen gelangen.

Kommt der Stürmer erneut auf ähnliche Werte, stünden die Chancen für einen Aufstieg der Eintracht gut. Friend ist auf jeden Fall weiter optimistisch – und zwar wegen der Schlussphase des Spiels in Cottbus: "Die letzten 20 Minuten waren sehr stark. Im nächsten Spiel werden wir so die ganzen 90 Minuten spielen."
 
Redaktion: phsc / maro
Bild: © Rhode/Storch
Letzte Aktualisierung: 13.09.2011, 16:01 Uhr
 
 

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