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14.12.2012

Eintracht-Vorstand Hellmann

"Kontingent-Regel ist nicht klug"

Axel Hellmann (Bild:  Rhode/Storch)
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Seit Sommer Finanzvorstand bei der Eintracht: Axel Hellmann.
Eintracht-Finanzvorstand Axel Hellmann hat das neue Sicherheitskonzept der DFL verteidigt – einzelne Punkte des Papiers lehnt er aber ab: Vor allem die mögliche Reduzierung von Gästetickets sei "nicht klug".
 

Radio

 (Bild:  hr-online)

"Im Gespräch"

Sendetermine (Wdhl.): Samstag um 10:05, 14:05 und 18:05 Uhr.
Im Gespräch mit hr-iNFO verteidigte Hellmann am Freitag das Sicherheitskonzept, das die 36 Clubs der Deutschen Fußball Liga (DFL) – darunter auch die Eintracht – am Mittwoch verabschiedet hatten. Das Papier biete "gute Grundlagen", um Probleme mit einzelnen Störern zu verhindern. Zugleich betonte der Frankfurter Finanzvorstand aber auch, dass das Konzept Elemente enthalte, die durchaus kritisch zu sehen seien.

Als besonders heikel betrachtet Hellmann die neue DFL-Regelung für so genannte Risikospiele, wonach es Heimvereinen künftig möglich gemacht werden soll, das Ticketkontingent für die Gästeteams zu reduzieren. "Wir halten diese Maßnahme nicht wirklich für gut und klug." Dies könne dazu führen, dass sich die Fans auf anderem Wege Karten besorgten und sich auf die Blocks der Heimmannschaft verteilten. "Dass die Auswärtsfans sich mit den Heimfans vermischen und die Sicherheitslage unübersichtlich wird, das kann nicht Gegenstand dieser Regelung sein", so Hellmann.
 

Gegen Ganzkörperkontrollen

Auch Ganzkörperkontrollen von Fans, beispielsweise in Zelten, lehnt der Eintracht-Finanzchef ab. "Wer Pyrotechnik ins Stadion bringen will, der wird immer einen Weg finden." Die Arbeit der Vereine solle vielmehr darauf abzielen, Pyrotechnik nicht mehr als Stilmittel der Fankultur zu erhalten. Er und Heribert Bruchhagen seien sich darin einig, dass Ganzkörperkontrollen, wie sie die Eintracht-Fans etwa in München erlebt haben, sogar rechtsstaatlich bedenklich sein könnten.

In der Debatte um bundesweite Stadionverbote rief Hellmann zur Zurückhaltung auf. Dies könne nur in Einzelfällen sinnvoll sein. "Von kriminalisierten Biografien, die Schwierigkeiten haben, den Anschluss in der Gesellschaft zu finden, habe ich nicht viel. Das fällt wieder auf den Fußball zurück." Es sei vielmehr die Aufgabe der Vereine, Fans, die durch kleinere Verstöße auffielen, frühzeitig abzufangen.

Daher wolle die Eintracht bis zur kommenden Saison ein eigenes Sanktionssystem einführen, kündigte Hellmann an. Dies könne im strengsten Fall dazu führen, "dass diejenigen, die als Störer auffallen, ihr Recht verwirken, Heimspiele von Eintracht Frankfurt zu besuchen". Denkbar sei aber, dass die Fans diese Sanktion beispielsweise durch gemeinnützige Arbeit wieder ausgleichen könnten. "Ich möchte junge Menschen dazu bewegen, über bestimmte Dinge zu reflektieren und da kann es auch nicht schaden, wenn man mal 40 Stunden gemeinnützige Arbeit macht."
 

Keine Grundlage für Kostenbeteiligung

Von der Idee einiger Politiker, die Kosten für Polizeieinsätze von den Bundesliga-Clubs zurückzuholen, hält Hellmann ebenfalls nichts. "Ich sehe dafür gar keine Grundlage." Dies müsse dann auch bei anderen Veranstaltungen wie etwa dem Oktoberfest oder Castor-Transporten so gehandhabt werden, meinte Hellmann, denn: "Es ist in Deutschland ein anerkanntes Prinzip, dass das Gewaltmonopol am Ende auch bedeutet, dass die Kosten beim Staat liegen."
 
Redaktion: kahu / beboe
Bild: © Rhode/Storch
Letzte Aktualisierung: 14.12.2012, 20:27 Uhr
 
 

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