Eintracht-Kapitän Pirmin Schwegler hat sich im hr-"heimspiel!" gegen Pyrotechnik ausgesprochen. Ein drohendes Geisterspiel nannte der Schweizer unheimlich. Lobende Worte fand er dagegen für den umworbenen Igor de Camargo.
Pirmin Schwegler war von der Szenerie im Studio des hr-"heimspiels!" alles andere als begeistert. Moderator Markus Philipp hatte den Kapitän der Eintracht am Montagabend vor leeren Zuschauerrängen empfangen, um ein mögliches Geisterspiel anzudeuten, das den Frankfurtern nach den erneuten Ausschreitungen in Leverkusen droht. "Das ist ein bisschen unheimlich, das wünscht sich glaube ich kein Spieler auch nicht vom Gastverein", sagte Schwegler.
Auseinandersetzen müssen sich die Hessen aber schon bald mit dieser Möglichkeit, denn der DFB hat bereits Ermittlungen gegen die Eintracht aufgenommen. Geplant ist eine Sammelklage unter Berücksichtigung von Pyrotechnik-Vorfällen in Nürnberg (21. September) und Düsseldorf (30. November) sowie dem unrühmlichen Höhepunkt am Samstag in Leverkusen. "Wir können nur hoffen, dass die Fans ins Stadion dürfen", äußerte Schwegler seine leise Hoffnung auf ein mildes Urteil des DFB-Sportgerichts. Viel mehr wollte der Schweizer nicht zu dem leidigen Thema loswerden: "Es ist traurig, dass wir wieder soweit sind, über so etwas reden zu müssen."
"Es gibt immer Lücken"
Zitat
"Stimmung ist für mich keine Pyrotechnik, sondern das, was auf den Rängen passiert."
Pirmin Schwegler im hr-"heimspiel!"
Neben den Randalen beschäftigte Schwegler noch immer der sportliche Auftritt seiner Mannschaft in der BayArena. "Wir haben zwei, drei Fehler zu viel gemacht, die wurden bestraft." Bange war dem Mittelfeldspieler angesichts der 1:3-Niederlage aber nicht. "Es ist gut, dass wir nicht aufgesteckt haben und uns nicht abschlachten lassen haben wie am Abend Bremen gegen Dortmund."
An der offensiv ausgerichteten, mitunter riskanten Spielweise werde man nach dem jüngsten Rückschlag auf keinen Fall rütteln, beteuerte der 25-Jährige nochmals. "Unser Spiel ist das nach vorne, da gibt es immer auch Lücken hinten. Wir werden unser Spiel nicht aufgeben." Das Duell mit Leverkusen offenbarte allerdings erneut die Stürmerproblematik der Frankfurter: Fehlt dem Mittelfeld einmal die Durchschlagskraft, lahmt das gesamte Offensivspiel des Bundesligisten denn im Sturmzentrum besteht sicherlich noch Verbesserungspotenzial.
Kontakt zu de Camargo besteht
Sportdirektor Bruno Hübner begab sich daher bereits in der Winterpause auf die Suche nach einer geeigneten Verstärkung für den Angriff. Und nachdem sich die Verhandlungen mit dem Wunschkandidaten Srdjan Lakic vom VfL Wolfsburg festgefahren haben, deutet derzeit vieles auf ein Geschäft mit dem Mönchengladbacher Igor de Camargo hin. Dessen Berater Paul Stefani bestätigte am Montagabend auf Anfrage von hr-online das Interesse des Spielers: "Er kann sich einen Wechsel nach Frankfurt gut vorstellen."
Von Schwegler gab es derweil ein Lob für de Camargo, der in Mönchengladbach zum Dauerreservisten degradiert wurde, aber seine Torgefährlichkeit unter anderem beim vorletzten Auftritt gegen die Eintracht mit dem 1:0-Siegtreffer für die Fohlen unter Beweis stellte. "Als Gegner habe ich mich oft über ihn beschwert, weil er ein guter Spieler ist", sagte Schwegler. Spekulationen über einen möglichen Transfer wollte er nicht anstellen. "Ich werde die Verpflichtung nicht machen, da sind andere für zuständig."
Ein erster Schritt in diese Richtung ist offenbar bereits getan: De Camargos Berater Stefani berichtete von einem Treffen mit Sportdirektor Bruno Hübner und Cheftrainer Armin Veh am Wochenende. "Es war ein sehr gutes Gespräch", meinte der Agent vielsagend. Gut möglich also, dass Schwegler zumindest dieses Ärgernis in Zukunft erspart wird.