18.10.2015

Messe-Bilanz

Buchmesse verzeichnet Erfolge in allen Bereichen

Gedränge in den Gängen der Messe (Bild:  picture-alliance/dpa)
Gedränge in den Gängen der Messe
Lange Schlangen in den Gängen, Gedränge aller Orten: Rund zwei Prozent mehr Besucher kamen zur Frankfurter Buchmesse, und das nach zwei rückläufigen Jahren. Was das Geschäft anbelangt, war dies die erfolgreichste Messe seit Jahren.
 
275.791 Menschen kamen zur weltgrößten Bücherschau. das entspricht einer Steigerung von genau 2,3 Prozent. An den Besuchertagen am Wochenende lag die Steigerung sogar bei vier Prozent. Die Anzahl der Fachbesucher blieb auf Vorjahresniveau: Rund 140.474 Menschen aus der Branche kamen nach Frankfurt, teilten die Organisatoren am Sonntag mit.
 

Gute Geschäfte

Viele Aussteller zeigten zufriedene Gesichter: Ihrer Ansicht nach sei diese Messe die erfolgreichste seit Jahren gewesen, lautete das Fazit von Buchmessen-Chef Juergen Boos. Auf der 67. Frankfurter Buchmesse präsentierten sich mehr als 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern.

Auch das Medieninteresse sei enorm gewachsen: Die Zahl der akkreditierten Journalisten und Blogger stieg von 9.300 (2014) auf rund 9.900 in diesem Jahr, so die Organisatoren.
 

Politische Buchmesse

Die Buchmesse begann hochpolitisch: Salman Rushdie hatte die Frankfurter Buchmesse 2015 am Dienstag mit einem Plädoyer für Meinungsfreiheit eröffnet. Seine Einladung nach Frankfurt quittierte das iranische Kulturministerium mit der Absage des Nationalstandes. Auch die folgenden fünf Tage sei die Frankfurter Buchmesse ein Ort für Auseinandersetzungen um Wertvorstellungen und die Grenzen der Toleranz, gewesen, so die Organisatoren. Die Branche habe angesichts der angespannten politischen Weltlage klar Position für Meinungs- und Publikationsfreiheit bezogen. "Die angespannte weltpolitische Lage hat sich direkt und unüberhörbar auf das Geschehen im Literaturbetrieb niedergeschlagen", so Juergen Boos.

Lob und Kritik von Rafik Schami

Der aus Syrien stammende Autor Rafik Schami lobte am Samstag die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung in der Flüchtlingskrise, kritisierte aber zugleich die Konzeptlosigkeit der Bundesregierung. Er spöttelte in Richtung Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): "Diese großartige Geste von Mutter Teresa, die Grenze aufzumachen." Das Wort Grenze sei auf einmal ein Schimpfwort. "Aber wir brauchen Grenzen." Die europäische Flüchtlingspolitik sei ein einziges Chaos.

Ehrengast Indonesien ist "glücklich"

Auch Indonesien zog eine positive Bilanz der Messe: "Wir sind sehr glücklich mit dem Ergebnis unseres Ehrengastauftritts auf der Frankfurter Buchmesse", sagte Goenawan Mohamad, Leiter des Nationalkomitees. "Ich glaube, dass Indonesien – seine Literatur, Geschichte und Kultur – nicht länger unbekannt in Deutschland und dem Rest Europas bleiben werden. Unser Auftritt auf der Frankfurter Buchmesse war eine wertvolle Erfahrung." Mit rund 500 Veranstaltungen im gesamten deutschsprachigen Raum, 75 indonesischen Autorinnen und Autoren sowie 108 Neuerscheinungen auf dem deutschsprachigen Buchmarkt hatte sich das Land der 17.000 Inseln als Ehrengast 2015 dem nationalen und internationalen Publikum präsentiert.
 

Promi-Auflauf in den Hallen

Viele Prominente tummelten sich an den besuchertagen auf der Messe, darunter die Bestsellerautorin Charlotte Link, die Schauspieler Mario Adorf und Natalia Wörner, Mike Krüger und Daniela Katzenberger. Im beheizten Lesezelt verursachten Literaturstars wie Jenny Erpenbeck so großen Andrang, dass zeitweise die Türen gesperrt werden mussten. Und wie jedes Jahr setzten fantasievoll und schräg verkleidete Manga-Fans und Cosplayer einen bunten Farbtupfer aufs Gelände.
 

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Redaktion: nrc
Bild: © picture-alliance/dpa
Letzte Aktualisierung: 19.10.2015, 12:47 Uhr
 
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