Warum sind Sie die Richtige für den Bundestag?
Meine Motivation ist, etwas zu bewegen. So habe ich vor 25 Jahren als Kommunalpolitikerin begonnen und diese Motivation habe ich auch heute noch.
Bereits vor 25 Jahren habe ich für den Ausstieg aus der Atomenergie gekämpft, 2001 als Bundestagsabgeordnete den Atomausstieg beschlossen.
Ähnlich war es in der Familienpolitik. Ich habe mich bereits vor über 20 Jahren für Betreuungsmöglichkeiten für Kinder von unter 3 Jahren eingesetzt, damals kein aktuelles Thema. Heute ist Jedem klar, dass Familie und Beruf unter einen Hut gebracht werden müssen und entsprechend Betreuungsangebote vorhanden sein müssen. Ein langer Weg, aber der Einsatz hat sich gelohnt.
In unserer schnelllebigen Zeit ist es für viele schwer einzusehen, dass man dieses Durchhaltevermögen braucht. Das muss aber sein. Politik auf Knopfdruck oder per Mausklick gibt es nicht. Jedenfalls nicht in einer demokratischen Gesellschaft.
Was möchten Sie für Ihren Wahlkreis erreichen? Wofür wollen Sie sich als Bundestagsabgeordnete besonders einsetzen?
Die Bundestagswahl am 27. September 2009 ist eine Richtungs-entscheidung. Es wird darüber entschieden, wie es nach der Krise in unserem Land weitergeht, ob wir die richtigen Lehren aus der Finanz- und Wirtschaftskrise ziehen, ob es Mindestlöhne gibt, von denen Menschen dann auch leben können, ob wir am Atomausstieg festhalten und das AKW Biblis im Kreis Bergstraße verabredungsgemäß geschlossen wird. Das alles bewegt die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Bergstraße genauso wie anderswo in unserem Land.
Als Bergsträßer Bundestagsabgeordnete habe ich natürlich die Interessen der Bergsträßerinnen und Bergsträßer im Blick., z.B. bei Verkehrsprojekten wie der Ortsumgehung Lampertheim Rosengarten, der Weiterführung der B 38 a oder der ICE Trasse.
Als Abgeordnete habe ich dafür zu sorgen, dass bei der Bereitstellung von Fördermitteln der Kreis Bergstraße mit Unternehmen und Organisationen berücksichtigt wird.
Wenn Sie Ihre politische Arbeit der vergangenen Jahre betrachten - auf was sind Sie besonders stolz?
Es gibt viele Dinge, auf die ich sehr stolz bin und an denen ich persönlich mitgewirkt habe: Den Atomausstiegsbeschluss, das Anti-Diskriminierungsgesetz, die Reform des Unterhaltsrechts zugunsten der Kinder, die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften zum Beispiel. Hier ist auch noch zu nennen, dass es uns gelungen ist, eine Grundsicherung für Rentnerinnen und Rentner durchzusetzen sowie in zahlreichen Branchen den Mindestlohn. Das waren wichtige Schritte, aber jetzt gilt es, hieran anzuknüpfen.
Welche Aufgaben müssen von einer neuen Regierung dringend gelöst werden?
Die Hauptaufgabe wird die Bewältigung der Finanzkrise sein. Dabei müssen die Folgen von denen getragen werden, die diese Krise verursacht haben. Es kann nicht sein, dass am Ende die Steuerzahler die Zeche zahlen.
Die Energiewende wird ein wichtiger Punkt sein. Wir müssen raus aus der Atomenergie und kräftig den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben. Hierin steckt viel Potenzial für neue zukunftsfähige Arbeitsplätze.
Für mich ist es ein Hauptanliegen, dass wir einen flächendeckenden Mindestlohn bekommen. Es kann nicht sein, dass Menschen, die Vollzeit erwerbstätig sind, von ihrem Gehalt sich und ihre Familie nicht ernähren können, sondern auf staatliche Leistungen angewiesen sind.
Welchen Stellenwert hat das Internet für Ihren Wahlkampf? Welche Plattformen nutzen Sie?
Eine verstärkte Nutzung des Internets wird in meinem Wahlkampf eine Rolle spielen, da gerade junge Wählerinnen und Wähler über dieses Medium sich immer mehr informieren. Das Netz ist ein wichtiges Kommunikationsmittel und das werde ich auch nutzen. Aber es kann den direkten Kontakt ersetzen. Im Internet verstecken sich manche hinter ihrer E-Mail-Adresse und man ist sich oft auch nicht sicher, ob sie derjenige sind, der sie zu seien vorgeben. In meinem Wahlkreis gibt es ein reges gesellschaftliches Leben, viele Verein, viele Feste. Dort trifft man die Menschen und kann direkt mit ihnen reden und sie mit mir. Das ersetzt kein Blogg und kein Twitter.
In Berlin ist die hessische Heimat weit entfernt. Was werden Sie als Bundestagsabgeordnete dort besonders vermissen?
Ich mag Berlin. Aber natürlich vermisst man in so einer großen Stadt das Persönliche, die Nähe, dass jeder jeden kennt. Nach 10 Jahren habe ich mittlerweile herausgefunden, wo ich in Berlin Kochkäse bekomme, den Bergsträßer Wein und Primasecco lasse ich mir schicken.
Auf das Wichtigste in meinem persönlichen Umfeld muss ich aber nicht verzichten, da mein Sohn in Berlin die Schule besucht.
Mit wem würden Sie gerne einmal einen Tag tauschen? Und warum?
Tauschen würde ich gerne für einen Tag mit einem Journalisten. Der müsste dann als Bundestagsabgeordneter arbeiten und am Ende lesen, hören oder sehen, was ich über ihn berichte. Ich glaube, das würde das Blickfeld erweitern - für beide Seiten.