Warum sind Sie die Richtige für den Bundestag?
Eine Stimme für mich ist eine Stimme für mehr Umweltschutz! Außerdem bekommt man mit mir Klartext: Bizarre Versprechungen wie Steuersenkungen für alle bei gleichzeitigem Schuldenabbau ohne Sozialabbau - sowas bekommen sie von mir nicht zu hören. Ich weiß, dass man Geld nur einmal ausgeben kann und dass alle Wohltaten, die man verspricht von irgendwem bezahlt werden müssen.
Was möchten Sie für Ihren Wahlkreis erreichen? Wofür wollen Sie sich als Bundestagsabgeordnete besonders einsetzen?
Als momentan einzige Grüne Bundestagsabgeordnete aus Nordhessen liegt mir die ganze Region am Herzen. Ich setze mich besonders für die Förderung der Erneuerbaren Energien ein. Klimaschutz schafft Arbeitsplätze. In diesem Bereich bieten sich in den kommenden Jahren sehr gute Entwicklungschancen. Nicht nur für die Erneuerbaren Energien, sondern auch für das regionale Handwerk. Neben sauberer Energie wird die Frage nach Energieeinsparung und -effizienz immer wichtiger. Um in Nordhessen Arbeitsplätze zu schaffen, müssen in Berlin die politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Wenn Sie Ihre politische Arbeit der vergangenen Jahre betrachten - auf was sind Sie besonders stolz?
Als Oppositionspolitikerin muss man mit kleinen Erfolgen zufrieden sein: Aber in meinem Bereich der Verbraucherpolitik bin ich stolz darauf, dass wir durch Beharrlichkeit und gute Pressearbeit der Koalition auch mal Themen aufgedrückt haben, um die sie sich sonst nicht gekümmert hätte: zum Beispiel der Kampf gegen unerlaubte Telefonwerbung oder die Rechte der Bankkunden. Leider wurde nur sehr wenig von unseren Vorschlägen umgesetzt - aber es ist gut, die Konzepte in der Schublade zu haben: schließlich wollen wir ab Herbst wieder regieren.
Hier zu Hause in Nordhessen bin ich stolz darauf, dass wir durch beharrliches Drängen ein paar mehr Flächen für die Windenergie erreicht haben.
Welche Aufgaben müssen von einer neuen Regierung dringend gelöst werden?
Wir haben die Pflicht die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Enkel zu bewahren: deshalb müssen Klimaschutz und die Rettung unserer Natur das wichtigste politische Projekt jeder Regierung sein. Aber auch die Eindämmung der Staatsverschuldung muss angegangen werden: wenn es so weitergeht wie unter schwarz-rot, werden wir in Zukunft nur noch Geld für den Schuldendienst ausgeben, statt in Bildung und soziale Sicherung investieren zu können. Wir brauchen keine Abwrackprämien sondern Geld für Kindergärten und Schulen.
Welchen Stellenwert hat das Internet für Ihren Wahlkampf? Welche Plattformen nutzen Sie?
Das Internet ist wichtig für meinen Wahlkampf. Einerseits als Möglichkeit der direkten Kommunikation: ich nutze twitter, facebook, meinVZ und abgeordnetenwatch und blogge bei MdB 2.0 und habe natürlich eine Homepage www.nicole-fuer-kassel.de. Andererseits als politisches Thema: Ich setze mich seit langem für mehr Verbaucherschutz im Internet ein; also gegen Abofallen und Datenklau im Netz und bin eine entschiedene Gegnerin der von der Regierung geplanten Internetsperren.
In Berlin ist die hessische Heimat weit entfernt. Was werden Sie als Bundestagsabgeordnete dort besonders vermissen?
Von meiner Wohnungstür in Kassel bis zu meinem Büro im Bundestag bin ich nur knapp drei Stunden unterwegs - Kassel ist einfach ideal ans ICE Netz angebunden. So weit ist die Heimat also nicht entfernt. Weil ich als Abgeordnete sehr wenig Freizeit habe vermisse ich manchmal meine Freunde, meinen Mann und meine Familie.
Mit wem würden Sie gerne einmal einen Tag tauschen? Und warum?
Ich würde mit der Person tauschen, die nach der Wahl KanzlerIn ist. Dann würde ich mein ambitioniertes Klima- und Umweltschutzprogramm vorstellen und darauf hoffen, dass der rechtmäßige Amtsinhaber am nächsten Tag nicht alles wieder zurücknimmt.