hr-online Informationen aus Hessen
ARD.de Hilfe Feedback Chats und Foren

Ai Weiwei

Ai Weiweis Werke überbrücken Raum und Zeit. Vorzugsweise entzieht er Dingen ihre ursprüngliche Bedeutung und stellt sie in ganz neue Zusammenhänge.
 

Mehr zum Thema

"Ich denke bei meinen Werken immer darüber nach, wie unterschiedliche Wertvorstellungen aufeinander prallen", sagt Ai Weiwei. Nach der Einladung zur documenta habe er etwas machen wollen, "was noch mehr mit Sozialisierung und Universalität zu tun hat als meine frühere Arbeiten."

In seinem documenta-Beitrag "Fairytale" bringt er 1001 seiner Landsleute nach Kassel. Die Idee sei ihm bei einer Wanderung mit einem Freund in den Bergen gekommen. Auf Initiative seiner Schweizer Galerie gelang die Finanzierung der drei Millionen teuren Aktion durch die Leister- und die Erlenmeyer-Stiftung.
 

"Vorhandenes in neue Richtung entwickeln"

Ai Weiweis "Forever Bicycles" auf der artcologne in Köln (2005) (Bild:  picture-alliance/dpa)
Vergrößern
Ai Weiweis "Forever Bicycles" auf der artcologne in Köln (2005)
Bisher war Weiwei als der große Umdeuter bekannt geworden. Mal übermalt er dazu antike Tongefäße mit grellbunten Acrylfarben, mal verwandelt er 500 Jahre alte Tempelbalken in hölzerne Landkarten oder er zertrümmert gleich tausend Jahre alte Urnen auf Steinplatten.

"Vorhandenes in eine neue Richtung zu entwickeln ist nicht nur interessant, sondern notwendig", sagt der chinesische Künstler. Immer gehe es darum, Dingen eine neue Richtung zu geben. "Auf diese Weise gelangt man zu einer ganz anderen Bedeutung".

Ai Wei Wei wurde 1957 in Peking geboren. Sein Vater, der Dichter Ai Quing, wurde als Regimekritiker in die Provinz Xinjiang verbannt. Dort, nahe der mongolischen Grenzen, wuchs Ai Wei Wei auf.
 

 (Bild: Galerie Urs Meile, Beijing - Lucerne)
Vergrößern
Weiweis "Fragments" - ist in diesem Jahr auf der Kunstmesse in Basel zu sehen.
Ob sein documenta-Projekt mit den 1001 Chinesen auch mit seinem Werdegang etwas zu tun habe? "Ja, ich denke sogar sehr viel", sagt Ai Weiwei. Einst habe er selbst vom Ausland geträumt. "Als ich in den 20ern war, bin ich buchstäblich aus China in die USA geflohen", so Weiwei. Erst zwölf Jahre später kehrte er zurück, studierte am Beijing Film Institute und gründete die Künstlergruppe "Stars Group".

Heute lebt Ai Weiwei im Kunstbezirk Dashanzi und arbeitet als Kurator, Kulturberater und Architekt. Gemeinsam mit den Schweizern Jacques Herzog und Pierre de Meuron entwarf er das auch als "Vogelnest" genannte Nationalstadion für die Olympischen Spiele 2008 in Peking.
 
Redaktion: aba
Bilder: © Galerie Urs Meile, Beijing - Lucerne (1), © Galerie Urs Meile, Beijing-Lucerne (1), © picture-alliance/dpa (1)
Stand: 21.05.2007
 





 
 
hr-online enthält Links zu anderen Internetangeboten. Wir übernehmen keine Verantwortung für Inhalte fremder Webseiten.