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26.05.2012

Kunststreit

Künstler wirft documenta Zensur vor

Gregor Schneider (Bild:  picture-alliance/dpa)
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Kämpft um seine Ausstellung: Der Künstler Gregor Schneider.
Gregor Schneider will sich mit der Verhinderung seiner Ausstellung in Kassel nicht abfinden. Im hr-fernsehen spricht er jetzt von "Allmachts-Phantasien" der documenta-Chefin. Auch von Zensur ist die Rede.
 
"Es ist schwer nachvollziehbar, dass eine Kuratorin eine Stadt komplett kontrollieren und säubern will, um darin eine Ausstellung zu machen", sagte Schneider der hessenschau am Freitag. Sie habe diese "Allmachts-Phantasien" offenbar vertraglich zugesichert bekommen, konstatierte der weltweit renommierte Künstler. In der Tageszeitung "Welt" legte Schneider am Samstag nach: "Dass die documenta Kunst zensieren will, die in eigenständigen Institutionen stattfindet, ist ein Skandal", zitiert ihn das Blatt.
 
Video: Documenta-Macher in der Kritik 3:51 Min
(© hr | hessenschau, 25.05.2012)
Schneider sollte zur documenta-Zeit eine Installation an der evangelischen Karlskirche anbringen - die Überreste eines Festes in Kalkutta. Für die Installation an der Karlskirche hatte die Kirche auch schon ein Budget von 70.000 Euro bereit gestellt. Doch die documenta-Leitung intervenierte, daraufhin verzichtete die evangelische Kirche auf die Ausstellung.

Kein Kommentar der documenta

Der Direktor des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Thomas Erne, hatte diese Entscheidung der Kirche vor einigen Tagen schon kritisiert und als "bedauerlich" bezeichnet. Die documenta selbst wollte sich zu dem Vorfall äußern. "Nach interner Rücksprache bitte ich um Ihr Verständnis dafür, dass wir das Thema nicht kommentieren werden", teilte die Pressestelle per E-Mail mit.

Der 43-jährige Schneider ist für seine Raumkunstinstallationen bekannt. 2001 erhielt er für sein "Totes Haus" im Deutschen Pavillon den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig.

Katholische Kirche hält an Ausstellung fest

Auch die katholische Kirche hatte zuletzt mit der documenta-Leitung einen Disput. Die documenta-Chefin protestierte gegen eine lebensgroße Holzfigur des Künstlers Stephan Balkenhol auf der Spitze der Kasseler Sankt-Elisabeth-Kirche. documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld bezeichnete die Installation als "autoritären Akt". Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hält an der Ausstellung aber fest und will sie am 3. Juni selbst eröffnen.
 
Redaktion: aba
Bild: © picture-alliance/dpa
Letzte Aktualisierung: 28.05.2012, 17:09 Uhr
 
 
 

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