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Arnold Bode Mann mit Bart (Bild: Carl Ebert / documenta Archiv) Mann mit Hut (Bild: Dieter Schwerdtle / documenta Archiv) Mann am Mischpult (Bild: Tarek Atoui 2012) Blonde Frau (Bild: dCOUMENTA 13)
Arnold Bode

ARD-Radiofestival

documenta meets radio – radio meets documenta

In einer achtteiligen Sendereihe nimmt das ARD-Radiofestival die documenta in den Blick, hält Rückschau auf die Geschichte der Ausstellung und stellt Klangkunstwerke und Hörspiele vor, die für zurückliegende documenta-Schauen entstanden sind.
 
Erstmals 1955 auf Initiative von Arnold Bode veranstaltet, wurde die documenta zur weltweit maßgeblichen Ausstellung für zeitgenössische Kunst. Künstler aus aller Welt präsentieren alle fünf Jahre eine Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen wie Malerei, Skulptur, Fotografie, Performances, akustische Installationen und audiobasierte Experimente.

Die Sendereihe "documenta meets radio – radio meets documenta" nimmt mit Features, Hörspielen, Klangkunstwerken, Gesprächen und aktuellen Berichten die bedeutende Kunstschau in den Blick.
 

Geschichte einer Kunstschau

Radio

Die Kunstschauen documenta 1–3

Feature von Alf Mentzer
Regie: Ferdinand Ludwig
hr 2002 / 50 Minuten

Sonntag, 15. Juli, 22:05 Uhr (hr)
Den Anfängen der documenta widmet sich Alf Mentzer in seinem Feature "Die Kunstschauen documenta 1–3". Was als Versuch begann, Deutschland nach Jahren der NS-Diktatur wieder an die europäische Moderne heranzuführen, avancierte bald zu einem der größten Kunstereignisse der Welt. Es wurde gegen die documenta protestiert und von ihr gegen die Gesellschaft polemisiert. Immer aber wurden in Kassel wichtige Positionen der Avantgarde dokumentiert und die Entwicklung der zeitgenössischen Kunst pointiert bilanziert.
 

Radio

Agentur für geistige Gastarbeit

Portrait des Ausstellungsmachers Harald Szeemann
von Peter Moritz Pickshaus
Regie: Nikolai von Koslowski
WDR/NDR 2007 / 54 Minuten

Sonntag, 29. Juli, 22:05 Uhr (hr)
Mit der legendären documenta 5 im Jahr 1972 setzte der schweizer Kurator Harald Szeemann Maßstäbe. Die Künstler wurden eingeladen, im Rahmen der documenta frei zu produzieren. Mit seinem Ein-Mann-Unternehmen, der "Agentur für geistige Gastarbeit", erfand Szeemann den Ausstellungskurator als Autor und die Ausstellung als Kunstwerk – und steht damit für die Ablösung des Kunsthistorikers und Museumskurators als maßgebliche Autorität. Seine documenta ist bis heute Vorbild geblieben. Den Ausstellungsmacher porträtiert Peter Moritz Pickshaus.

 

Politische Kunst

Radio

Der redliche Querkopf
oder Die Demokratie des Joseph Beuys

Montage von Christoph Derschau
WDR 1973 / 40 Minuten

Martina Kothe im Gespräch mit Ai Weiwei
NDR 2007 / 20 Min

Sonntag, 05. August, 22:05 Uhr (hr)
Joseph Beuys und Ai Weiwei – diese beiden Namen sind repräsentativ für politische Kunst. Beide Künstler haben auf documenta-Schauen ihre Gesellschaftskritik zum Ausdruck gebracht. Das Feature "Der redliche Querkopf oder Die Demokratie des Joseph Beuys" von Christoph Derschau lässt den charismatischen Künstler selbst zu Wort kommen. Im anschließenden Gespräch mit Martina Kothe äußert sich Ai Weiwei unter anderem zu seinem documenta-Projekt "Fairytale", für das er 1001 Chinesen nach Kassel einfliegen ließ.

 

Das Medium Radio

Radio

Radiosonate Nr. 1

Hörspiel von Dieter Roth
Musik und Realisation: Dieter Roth
SDR 1976 / 43 Minuten

Sonntag, 12. August, 22:05 Uhr (hr)

Teslas Zahn

Klanginstallation von Carsten Nicolai
Musik und Realisation: Carsten Nicolai, Frank Bretschneider
hr 1997 / 42 Minuten

Sonntag, 19. August, 22:05 Uhr (hr)

One Million Years – Future 11

von On Kawara
Realisation: Oliver Augst, Christoph Korn, mit Corinna Schnabel und Christoph Winkelmann
hr 2002 / 55 Minuten

Sonntag, 26. August, 22:05 Uhr (hr)
Dass sich mit dem Medium Radio auch zeitgenössische bildende Künstler auf unterschiedlichste Weise auseinandersetzen, zeigen sowohl das Hörspiel "Die Radiosonate Nr. 1" von Dieter Roth, die Klanginstallation "Teslas Zahn" von Carsten Nicolai als auch das epische Projekt "One Million Years (Past and Future)" von On Kawara. Alle Stücke wurden auf einer documenta-Schau aufgeführt oder sind erst dort entwickelt worden.

Ausgangspunkt bei Dieter Roth ist eine Aufnahmesituation: Der Künstler spielt gut 42 Minuten Klavier und trinkt dabei eine Flasche Whisky leer. Das Mikrofon nimmt ungefiltert alles auf: Musik, Wiederholungen, Anmerkungen, Pausen und nicht zuletzt die Verständigung mit dem Toningenieur. Der Künstler und Musiker Carsten Nicolai hat anlässlich der documenta X (1997) mit "Teslas Zahn" ein Hörstück nach seinen Vorstellungen entwickelt und so ein Klangkunstwerk geschaffen.

Für die Documenta 11 (2002) schuf On Kawara sein episches Projekt "One Million Years (Past and Future)", eine umfassende Dokumentation des Zeitflusses und der Bedeutung, die Daten als Messwerte unserer Existenz besitzen.

 

Originäre Kunstwerke der documenta 13

Radio

To be corrected - Wird korrigiert

Entwürfe für ein Hörspiel
von Lívia Páldi
Regie: Andrea Getto
dOCUMENTA (13)/hr 2012 / ca. 55 Min. / Ursendung

Sonntag, 22. Juli, 22:05 Uhr (hr)

La Lutherie Part 2
von Tarek Atoui
Realisation: Tarek Atoui
dOCUMENTA (13)/ARD 2012 / ca. 50 Minuten

Sonntag, 2. September, 22:05 Uhr (hr)
Mit "To be corrected – Wird korrigiert", einem Hörspielentwurf von Livia Paldi, und der Klangcollage "La Lutherie Part 2" von Tarek Atoui präsentiert die Sendereihe auch zwei originäre Kunstwerke der documenta 13, die ausschließlich für das Radio produziert werden.

Lívia Páldi nähert sich mit ihren Audio-Notizen dem ehemaligen Kloster Breitenau. Im 12. Jahrhundert als Benediktinerkloster gebaut, im 16. Jahrhundert aufgelöst, war die Anlage von Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre ein Ort erzieherischer Gewalt: zunächst "Arbeitshaus", später "Besserungsanstalt", unter den Nationalsozialisten schließlich eines der ersten Konzentrationslager. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs hat ein geschlossenes "Mädchenerziehungsheim" die Geschichte der Internierung fortgesetzt. Lívia Páldi hat das Material zur Geschichte des Orts befragt und die übereinanderliegenden Schichten der Reglementierungen, der Ausgrenzung und der Verachtung freigelegt.

Was ist ein Instrument in der heutigen Musik- und Performanceszene? Welchen Einfluss haben neue Techniken wie Xbox und Playstation auf die Entstehung von Musik? Diese Fragen beschäftigen den libanesischen Klangkünstler Tarek Atoui, der auf der documenta vertreten ist. Für die Kunstschau hat er ein Instrument aus Mischpulten, Touchpads und Soundgenerator gebaut, das er "Metastable Circuit" (etwa: Instabiler Kreislauf) nennt. Es geht ihm darum, mit einem hochkomplexen Instrument zu arbeiten, das sich nur teilweise kontrollieren lässt und den Prinzipien des Zufalls unterworfen ist.

Exklusiv für das ARD Radiofestival entwickelt Tarek Atoui während der documenta das Radiostück La Lutherie Part 2. Sein prominenter Gast ist der Frankfurter Heiner Goebbels, einer der originellsten Komponisten und Theatermacher der Gegenwart. Er erläutert Beispiele seiner vielfältigen szenischen Produktionen und Hörstücke und verblüfft mit einem weitgefassten Begriff von "Instrument".
 
Redaktion: sofo / aba
Letzte Aktualisierung: 30.08.2012, 18:08 Uhr
 
 
 

Kunst mit Küchle

Was will der Künstler nur damit sagen? hr-Reporterin Tanja Küchle rückt den Werken der documenta auf den Leib.

Kunst in 60 Sekunden

Das waren die Highlights von hr-Kulturredakteur Rudolf Schmitz.
Prominente, Experten und Kunstinteressierte stellen im Video ihre drei Lieblingswerke vor.
 

documenta-Kurzführer

Was ist eigentlich die documenta? Warum findet sie in Kassel statt? Wer organisiert die Kunstschau? Kurz und knapp, alles was Sie über die documenta 13 wissen müssen.

tEEN aUDIO dOCU

Wie klingt es, wenn Jugendliche anderen Jugendlichen die documenta erklären? Sieben nordhessische Schulen haben Schülerreporter losgeschickt - mit erstaunlichen Ergebnissen.

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Riesige Schrotthaufen, rosabeinige Hunde, kopflose Anzüge - die Fotos unserer User. [mehr]
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Zieleinlauf mit Sexophone

Mehr Kunst geht nicht: Zehn Stunden dauert die Marathon-Führung durch die documenta. hr-Reporterin Andrea Löffler ist mitgelaufen - eine Erfahrung zwischen Erschöpfung und unerwartetem Höhepunkt. [Web-Reportage]

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Acht "Weltgewandte Begleiter" erklären, warum sie bei der documenta mitmachten. Link [Bildergalerie]
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