Sie zeigen übereinandergestellte Trinkgläser, die zusammen mit Blättern aus Papier wie gläserne Bambushalme aussehen. Warum?
Ich wollte keine Arbeit über den Ort machen, sondern mit Alltagsgegenständen ein verstellendes Moment in den Vordergrund rücken und etwas Ästhetisches in diesen Ort bringen. Die Arbeit habe ich als Idee entwickelt seit 2005. Ich wollte verhindern, dass die Besucher in den Raum hineinstürmen. Man muss sich sehr sensibel bewegen, damit man keinen Scherbenhaufen fabriziert. Das Glas ist auch bedrohlich. Die Glasstelen sind schwer, aber auch schön.
Sie stellen zudem im Fridericianum in Kassel Plastiken aus, die an die Bewohner Breitenaus erinnern sollen. Welche Verbindung besteht zu Breitenau?
Ich wollte den Ort über die Masken zurückspiegeln in die große Ausstellung documenta. Ich wollte Breitenau nicht abspalten. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Interesse an dem Ort gibt und die Menschen viel dafür tun, um das Werk zu sehen.
Judith Hopf, 1969 in Karlsruhe geboren, lebt in Berlin. Sie hatte Einzelausstellungen im Grazer Kunstverein (2012), im Badischen Kunstverein, Karlsruhe (2008), im Portikus, Frankfurt a. M. (2007), und in der Wiener Secession (2007). Ihre Arbeiten wurden bei Filmfestivals, wie den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen (2007), und in zahlreichen Gruppenausstellungen, u. a. bei der Bienal de la Habana (2003), präsentiert (Quelle: documenta)
Interview: Timo Lindemann, dpa