Wolfgang Niedecken (rechts) vor der documenta-Halle in Kassel
BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken hat am Donnerstag die documenta in Kassel besucht und verraten, was ihm gefällt, warum er sich jetzt einen Bart stehen lässt und welchen Vorschlag er für die nächste Kunstschau hat.
Der Kunst auf der Spur. Ordentlich Gewusel am Donnerstag in der documenta-Halle. Und mittendrin Wolfgang Niedecken, der für 3sat die moderne Kunst analysieren soll. Hier in der documenta-Halle gehört die untere Etage den Werken von Thomas Bayerle: "Ich hatte lange gedacht, dass der nur dekorativ arbeitet, aber das stimmt gar nicht. Da ist ja ein Konzept dahinter. Ich hab ihn jetzt zum ersten Mal verstanden", sagt Niedecken erstaunt.
Niedecken ist vom Fach. Bekannt wurde er zwar als Gründer und Frontmann der Kölner Rockgruppe BAP, mit Hits wie "Kristallnaach". Studiert aber hat er einmal freie Malerei und selbst auch lange Zeit ausgestellt. Die documenta besucht er schon seit 1972. Optisch hat er sich gerade stark verändert.
"Nach dem Schlaganfall konnte ich mich nicht rasieren, da haben meine Frau und Freunde gesagt: 'Lass dir mal was stehen'", erklärt er. Das scheint auch den Fans zu gefallen. Niedeckens Autogramme jedenfalls waren am Donnerstag bei den Kunsttouristen in Kassel gefragt: "Das war für mich der Höhepunkt", sagt eine.
Die aktuelle documenta findet der 61-Jährige viel besser als gedacht. Und er hat auch schon einen Vorschlag für die nächste Kunstschau. "Ich komme ja viel herum und war erst in Ruanda. Da gibt es eine unglaubliche Hochzeitskultur", sagt er. Mal sehen, ob die documenta-Macher in fünf Jahren sich davon animieren lassen ...
Was ist eigentlich die documenta? Warum findet sie in Kassel statt? Wer organisiert die Kunstschau? Kurz und knapp, alles was Sie über die documenta 13 wissen müssen.
Wie klingt es, wenn Jugendliche anderen Jugendlichen die documenta erklären? Sieben nordhessische Schulen haben Schülerreporter losgeschickt - mit erstaunlichen Ergebnissen.
Mehr Kunst geht nicht: Zehn Stunden dauert die Marathon-Führung durch die documenta. hr-Reporterin Andrea Löffler ist mitgelaufen - eine Erfahrung zwischen Erschöpfung und unerwartetem Höhepunkt.
[Web-Reportage]