Die 125-Kilo-Bombe wird mithilfe eines Baggers geborgen.
Bombenalarm in der Kasseler Karlsaue: Knapp 1.000 Menschen mussten Montagabend das Gelände an der Fulda verlassen. Auch Besucher der documenta waren betroffen.
Die Entschärfung einer Bombe ist für den Kampfmittelräumdienst meist Routinearbeit. So auch am Montagabend in Kassel. Doch die Einsatzkräfte staunten nicht schlecht, als während der Arbeiten versehentlich ein Heißluftballon über dem abgesperrten Areal auftauchte. Nachdem der Ballon abgezogen war, konnten die Bomben-Experten ihre Arbeit verrichten.
Bei dem Sprengkörper handelte es sich um eine 125 Kilogramm schwere US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach Polizeiangaben wurde die Kriegswaffe bei Bauarbeiten auf dem Gelände des neuen Auebades in einer Tiefe von 1,70 Metern entdeckt. Am Montagnachmittag waren mehr als 200 Einsatzkräfte angerückt, um das weitläufige Freizeitgelände zu räumen. 800 bis 1.000 Menschen mussten das Gebiet im Radius von 700 Metern rund um den Bomben-Fundort verlassen.
documenta-Kunst am Bomben-Fundort
Die Polizei sperrte auch mehrere Straßen.
Das beliebte Freizeitareal sei angesichts des schönen Wetters recht voll gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Karlsaue an der Fulda lockt bei schönem Wetter nicht nur viele Badegäste an, zurzeit stehen dort auch mehrere Kunstwerke der internationalen Kunstausstellung documenta13. Die Fulda wurde für den Bootsverkehr ebenfalls gesperrt, auch mehrere Straßen waren dicht.
Am Auebad wurden die Bomben-Experten nicht zum ersten Mal fündig: Bereits Anfang März 2011 war dort bei den Bauarbeiten eine Bombe entdeckt und anschließend entschärft worden. Dabei handelte es sich um einen 250 Kilogramm schweren US-Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg.
Die Bauarbeiten für das neue Schwimmbad haben im Oktober 2010 begonnen. Es entsteht ein kombiniertes Hallen- und Freibad.
Phosphorbombe und Panzermiene geborgen
Zuletzt hatten auch mehrfach Gasblasen in der Fulda für Aufsehen gesorgt. Die Experten stießen dabei auf eine Phosphorbombe und eine Panzermiene. Wegen diverser Bombenwarnungen war die Fulda in den vergangenen Monaten immer wieder ganz oder zumindest halbseitig für den Schiffsverkehr gesperrt.
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[Web-Reportage]